Dschihadismus: Zwei Mädchen vor Gericht

23.10.2015 • 20:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Salzburg. Zwei Mädchen sind am Freitag bei einem Prozess in Salzburg vom Vorwurf der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung nicht rechtskräftig freigesprochen worden. Die 16-jährige Tschetschenin aus Salzburg und die 18-jährige gebürtige Bosnierin aus Oberösterreich sollen sich laut Anklage als Ehefrauen für IS-Kämpfer angeboten und die Fahrt in das Krisengebiet nach Syrien angetreten haben.
Der Staatsanwaltschaft zufolge hatten sich die beiden beschuldigten Jugendlichen im Spätsommer 2014 über das Internet kennengelernt, als sie sich über den Islamischen Staat informierten. Beide hätten geplant, sich mit IS-Kämpfern zu vermählen, obwohl sie diese noch nicht gekannt hätten. Das Jawort sollen die beiden über Skype erteilt haben.

Am 29. Dezember traten die beiden die Reise an. Im Zug von Budapest weiter nach Sofia war die Reise aber schon zu Ende. Am 30. Dezember wurden die zwei Jugendlichen von rumänischen Grenzbeamten kontrolliert und wieder zurück nach Österreich geschickt.

Für den Schöffensenat war nicht nachweisbar, dass die Mädchen eine terroristische Vereinigung fördern wollten, in dem sie sich als Ehefrauen angeboten haben. Die zwei Angeklagten hatten ihre Unschuld beteuert. Staatsanwalt Marcus Neher meldete Nichtigkeitsbeschwerde an. Deshalb sind die Freisprüche nicht rechtskräftig.