Zahl der Bebenopfer steigt immer weiter an

27.10.2015 • 21:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein Mann trägt in Taloqan (Afghanistan) ein verletztes Mädchen zu einem Militärhubschrauber.  Foto: Reuters
Ein Mann trägt in Taloqan (Afghanistan) ein verletztes Mädchen zu einem Militärhubschrauber. Foto: Reuters

Helfer können zu besonders schwer getroffenen Gegenden gar nicht vordringen.

kabul. Nach dem schweren Erdbeben im Hindukusch haben Rettungsteams die Suche nach Überlebenden fortgesetzt. Die Zahl der Todesopfer stieg am Dienstag auf über 400. Helfer drangen zu eingeschlossenen Menschen vor, Militärflugzeuge erreichten abgelegene Regionen in der pakistanischen Provinz Khyber-Pakhtunkhwa und flogen Verletzte in die Hauptstadt Islamabad aus, teilte die Regierung mit. Das Zentrum des Erdbebens der Stärke 7,5 am Montag lag in der Bergregion Badachschan im Nordosten Afghanistans.

In Pakistan lag die Zahl der Toten nach offiziellen Angaben am Dienstag bei 310. Die Sprecherin der Katastrophenschutzbehörde, Reema Zuberi, rechnete damit, dass es mehr werden könnten. In Afghanistan starben laut Regierung mindestens 115 Menschen. Im indischen Himalaya-Tal kamen nach indischen Angaben vier Menschen ums Leben. In den Spitälern wurden Hunderte Verletzte behandelt. Sowohl in Afghanistan als auch in Pakistan waren viele Wege durch Erdrutsche unpassierbar, und die Helfer kamen schwer zu den Betroffenen durch.

Wie der Chef der pakistanischen Verkehrsbehörde, Mushtaq Tarar, sagte, wurden schwere Maschinen eingesetzt, um eine Verbindungsstraße zwischen Pakistan und China zu befreien. In Afghanistan machten nicht nur Erdrutsche die Wege unpassierbar: Viele Straßen würden von den radikalislamischen Taliban kontrolliert, sagte Mawlawi Hamidullah Muslim, Mitglied des Provinzrates im afghanischen Badachschan.

Die Hilfsorganisation Roter Halbmond ist in Pakistan und in Afghanistan mit Teams unterwegs. Indien und die USA boten ihre Unterstützung an. Pakistans Premierminister Nawaz Sharif aber lehnte ab: „Unsere eigenen Ressourcen sind ausreichend, um mit der Tragödie fertigzuwerden.“ Auch die Vereinten Nationen teilten mit, sie stünden für Rettungsarbeiten bereit. Papst Franziskus sprach den Angehörigen und Helfern Trost und Stärke zu.