Ungesunde Ernährung schadet der Umwelt

Welt / 28.10.2015 • 22:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach Zahlen der UNO liegt Österreich beim Fleischverzehr an der europäischen Spitze. Symbolfoto: reuters
Nach Zahlen der UNO liegt Österreich beim Fleischverzehr an der europäischen Spitze. Symbolfoto: reuters

Studie zeigt auf, dass der hohe Fleischkonsum der Österreicher das Klima gefährdet.

wien. Ungesunde Ernährung schadet nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern auch der Umwelt. Österreich steht durch hohen Fleischverbrauch besonders schlecht da, wie bei einer Studienpräsentation des WWF und der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) am Mittwoch erklärt wurde. Der Nahrungsmittelkonsum der Österreicher pro Kopf und Jahr verursache etwa so viel CO2-Emissionen wie eine Autofahrt von Wien nach Peking.

In die Untersuchung wurden Emissionszahlen der gesamten Nahrungsmittelkette einbezogen – von der Düngemittelerzeugung über die Tierfutterproduktion, Verpackung und Transport sowie Kühlung bis zur Abfall­entsorgung. Dabei zeigt sich, dass tierische Erzeugnisse pro Kilogramm des Endprodukts überdurchschnittlich viel CO2 verursachen. An der Spitze stehen Lamm- und Rindfleischprodukte, wie Liesbeth de Schutter vom Institute of Ecological Economics der WU erläuterte. Wiederkäuer verursachen relativ viel Methan-Emissionen und brauchen große Grasflächen.

Hohe Krebsgefahr

Österreich ist beim Fleischverbrauch nach Zahlen der UNO-Welternährungsorganisation FAO mit jährlich rund 100 Kilogramm pro Kopf Spitzenreiter in der EU, wie de Schutter berichtete. Jeder Österreicher verzehrte davon im Jahr 2014 laut Statistik Austria im Schnitt knapp 180 Gramm pro Tag. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass bereits ab dem Konsum von 50 Gramm verarbeitetem Fleisch täglich das Darmkrebsrisiko um 18 Prozent steigt. Beim Verzehr von rotem Fleisch wird vermutet, dass 100 Gramm täglich das Risiko um 17 Prozent erhöhen könnte.

Die Untersuchung zeige, dass gesündere Ernährung auch besser für die Umwelt wäre, sprach Friederike Klein, Expertin für Nachhaltige Ernährung beim WWF, von einer Win-win-Situation. Die Ernährung ist für rund ein Viertel des ökologischen Fußabdruckes in Österreich verantwortlich, hielt Andrea Johanides, Geschäftsführerin des WWF Österreich, fest.

„40 Prozent der Österreicher zwischen 18 und 64 Jahren sind übergewichtig“, betonte Klein. „Wir nehmen 29 Prozent mehr Fleischprodukte, 27 Prozent mehr Zucker und 43 Prozent mehr Alkohol zu uns als der EU-Durchschnitt.“ Für die Studie von WWF und WU wurde auf Basis der Empfehlungen des Gesundheitsministeriums ein gesunder Ernährungsplan erstellt. „Dabei ergab sich eine Reduktion der Treib­hausgasemissionen um 22 Prozent“, hielt Klein fest.