Der Mohamed-Entführer hat auch Elias getötet

Welt / 30.10.2015 • 22:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Seit Juli wird der sechsjährige Elias vermisst. Nun die traurige Gewissheit: Auch er wurde offenbar ermordet. Foto: AFP

Seit Juli wird der sechsjährige Elias vermisst. Nun die traurige Gewissheit: Auch er wurde offenbar ermordet. Foto: AFP

Flüchtlingsbub Mohamed und Elias aus Potsdam: Beide hat derselbe Mann auf
dem Gewissen.

berlin. Der vermisste Elias wurde vom selben Mann getötet wie der vierjährige Flüchtlingsjunge Mohamed. Ein 32-Jähriger aus Brandenburg hat die Taten gestanden, wie die Polizei am Freitag in Berlin mitteilte. Demnach räumte der mutmaßliche Täter auch ein, Mohamed sexuell missbraucht zu haben.

Leichensack weggetragen

Fahnder suchten am Freitag noch nach der Leiche des sechsjährigen Elias, die demnach in der Nähe von Luckenwalde südlich von Berlin vergraben sein soll. Dort fanden sie zunächst ein Paket, in dem Elias liegen könnte. Am Nachmittag wurde ein Leichensack weggetragen. Der Verdächtige, der als Wachmann in Brandenburg arbeitete, hatte der Polizei zuvor eine Stelle skizziert, wo der tote Elias vergraben sei. Die Leiche des ermordeten Mohameds war bereits am Donnerstag gefunden worden. Die Obduktion des kleinen Flüchtlingsbuben, der am 1. Oktober vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin verschwunden war, dauerte den Angaben zufolge acht Stunden. Oberstaatsanwalt Michael von Hagen sprach von „stumpfer Gewalt gegen den Hals“. Der Mann habe nach eigener Aussage das Kind mit einem Gürtel erdrosselt – weil es „gequengelt und gemault“ habe. Der 32-Jährige deutete bei seiner Vernehmung an, auch Elias kurz nach dessen Verschwinden getötet zu haben.

Sexuell missbraucht

In sein Haus in Südbrandenburg soll er Mohamed nach dessen Entführung gebracht haben. „Es ist dort im Verlauf des Abends, der Nacht und auch des folgenden Vormittags auch zu sexuellen Handlungen an dem Kind gekommen“, sagte von Hagen. Später habe er das Kind mit Katzenstreu bedeckt in einer Wanne in den Kofferraum seines Autos gelegt.

„Er ist dann mit dem Auto noch rumgefahren“, sagte der Oberstaatsanwalt. „Das hatte aus seiner Sicht einen ganz profanen Grund, weil er noch ein Geschenk für seine Cousine kaufen musste.“ Zuhause, wo ihn bereits die Polizei erwartete, habe er dann ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Die Fahnder gehen bei beiden Fällen von einem Einzeltäter aus. Polizeilich sei der 32-Jährige „ein unbeschriebenes Blatt“ gewesen. Seine Mutter hatte ihn auf den Fahndungsfotos der Polizei erkannt und der Polizei schließlich den entscheidenden Hinweis gegeben. Der sechsjährige Elias wurde Anfang Juli in Potsdam zuletzt beim Spielen gesehen und verschwand dann.

Seit Juli wird der sechsjährige Elias vermisst. Nun die traurige Gewissheit: Auch er wurde offenbar ermordet.  Foto: AFP
Seit Juli wird der sechsjährige Elias vermisst. Nun die traurige Gewissheit: Auch er wurde offenbar ermordet. Foto: AFP