Ursache des Absturzes gibt weitere Rätsel auf

02.11.2015 • 21:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Maschine soll zu Beginn der Katastrophe nicht mehr manövrierfähig gewesen sein. Die Besatzung gab keinen Notruf ab. Foto: EPA
Die Maschine soll zu Beginn der Katastrophe nicht mehr manövrierfähig gewesen sein. Die Besatzung gab keinen Notruf ab. Foto: EPA

Fluggesellschaft schloss technischen Defekt aus. Die Luftfahrtbehörde warnt vor voreiligen Schlüssen.

moskau. Nach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine auf der Sinai-Halbinsel in Ägypten kursieren verschiedene Theorien über die Ursache des Unglücks. Die Fluggesellschaft Metrojet schloss am Montag einen technischen Defekt oder einen Pilotenfehler aus und machte eine „äußere Einwirkung“ auf das Flugzeug für den Absturz mit 224 Toten verantwortlich. Die russische Luftfahrtbehörde erklärte hingegen, es sei noch zu früh für solche Schlussfolgerungen.

Der stellvertretende Generaldirektor von Metrojet, Alexander Smirnow, ging nicht ins Detail, was er mit „äußerer Einwirkung“ meinte. Der französische Luftfahrtexperte Robert Galan wertete Smirnows Aussagen als Hinweise auf eine Bombe oder eine Sabotage der Maschine. Sie war am Samstag auf dem Flug von Scharm el Scheich nach St. Petersburg abgestürzt. Kein Insasse überlebte den Absturz 23 Minuten nach dem Start. Das große Gebiet, in dem Trümmerteile des A321-200 gefunden wurden, deutet laut russischer Luftfahrtbehörde darauf hin, dass der Jet in hoher Flughöhe auseinanderbrach. So etwas könne nicht durch einen technischen Defekt passieren, sagte Smirnow.

Noch lägen nicht genügend Informationen vor, sagte der Leiter der russischen Luftfahrtbehörde, Alexander Neradko. Erst müssten etwa die Flugschreiber ausgewertet werden. Am Montagmorgen wurden 130 Leichen nach St. Petersburg zur Identifizierung überstellt. Ein zweiter Flug war für den späten Abend geplant.

Ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat hatte behauptet, das Flugzeug abgeschossen zu haben. Experten halten es für kaum möglich, dass der IS über die nötigen Raketen für eine Attacke verfügt. US-Geheimdienstdirektor James Clapper betonte, ein IS-Terrorakt könne nicht ausgeschlossen werden. Aber: „Wir haben noch keine direkten Beweise für eine terroristische Beteiligung.“