Betreuerinnen von Kinderkrippe vor Gericht

Welt / 03.11.2015 • 22:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Leoben. Drei ehemalige Betreuerinnen einer obersteirischen Kinderkrippe sind am Dienstag in Leoben vor Gericht gestanden. Den Frauen wurde vorgeworfen, die Kleinen zum Essen und Trinken gezwungen zu haben sowie einen Buben in einem Kinderwagen zu fest angebunden zu haben. Die Anklage gründet auf den Angaben einer Praktikantin, die eine Woche in der Einrichtung war. Beschuldigt wurden die Leiterin der Gruppe, ihre Kollegin und eine Helferin. Die Frauen betreuten die Kinder halbtags, mittlerweile sind sie suspendiert, gekündigt oder haben von sich aus aufgehört.

Es soll zu Vorfällen in erster Linie bei der Jause gekommen sein, wenn die Ein- bis Dreijährigen nicht essen oder trinken wollten. „Es herrschte nicht gerade ein liebevoller Umgang mit den Kindern“, beschrieb es Staatsanwältin Yvonne Huber. Sie schilderte, dass es eine „Trinkregel“ gab, derzufolge die Kleinen vor dem Essen Wasser trinken mussten. Wer nicht wollte, wurde angeblich durch gewaltsames Ansetzen des Bechers und Zurückbiegen des Kopfes dazu gezwungen. Mit dem Essen soll es ähnlich gelaufen sein.

Die Leiterin der Gruppe wehrte sich heftig gegen die Vorwürfe. Auch ihre Kollegin wollte von den Anschuldigungen nichts wissen.

Ein Urteil wird für Mitte November erwartet.