Designerzellen heilen Baby von Blutkrebs

06.11.2015 • 21:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

London. Erstmals weltweit ist ein Baby in Großbritannien durch den Einsatz genetisch veränderter Immunzellen von seinem Blutkrebs geheilt worden. Die Leukämie des einjährigen Mädchens sei „derart aggressiv“ gewesen, dass seine Heilung „fast einem Wunder“ gleichkomme, sagte der behandelnde Arzt Paul Veys, Leiter der Abteilung für Knochenmarkstransplantation am Londoner Great Ormond Street Hospital. Bei Layla Richards war im Alter von 14 Wochen eine akute lymphoblastische Leukämie diagnostiziert worden. Trotz Chemotherapie und Knochenmarkstransplantation kehrte der Krebs zurück, und das Mädchen schien nur noch kurze Zeit zu leben zu haben. Die Ärzte schlugen den Eltern daraufhin eine neuartige Behandlung vor, an der sie an ihrem Krankenhaus gerade arbeiteten: Dabei werden die weißen Blutkörperchen eines gesunden Spenders so verändert, dass sie gegen die medikamentenresistente Leukämie vorgehen. „Die Ärzte haben uns erklärt, dass sie für den Erfolg nicht garantieren können“, sagte Laylas 30-jähriger Vater Ashleigh Richards. Aber angesichts der starken Schmerzen des Babys und mangelnder Alternativen hätten sie etwas unternehmen müssen.

Layla erhielt eine kleine Injektion genetisch veränderter Zellen, sogenannter UCART19-Zellen. Einige Wochen später teilten die Ärzte den Eltern mit, dass die Behandlung angeschlagen habe.