„Ulrike“ sorgt für einen Herbst mit Rekorden

09.11.2015 • 21:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Durch das Hoch „Ulrike“ präsentiert sich die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck von ihrer hitzigen Seite.  Foto: reuters
Durch das Hoch „Ulrike“ präsentiert sich die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck von ihrer hitzigen Seite.  Foto: reuters

Ungewöhnlich stabiles Hoch mit milden Temperaturen und wenigen Nebeltagen.

wien. Begonnen hat der Herbst 2015 kühl und nass. Erst in der zweiten Oktoberhälfte kam die Wende. „Von Altweibersommer war bis 23. Oktober keine Spur“, sagt Alexander Podesser von der Zentralanstalt für Meterologie und Geodynamik (ZAMG). „Ab 24. Oktober leitete dann das Hoch ‚Quinta‘ eine Phase mit hohem Luftdruck über Mitteleuropa ein, die mit ganz kurzen Unterbrechungen bis jetzt hält.“

Aktuell sorgt Hoch „Ulrike“ für stabiles Wetter. Stabile Hochdruck-Wetterlagen über Mitteleuropa kommen im Herbst in vielen Jahren vor, erläutert die ZAMG. „Ungewöhnlich ist, dass diese stabile Wetterlage mit rund drei Wochen sehr lange hält. Noch ungewöhnlicher ist, dass es selbst in den typischen Nebelregionen sonnig ist. Denn die Luft ist extrem trocken“, sagt Podesser. Wann der Winter ins Land kommt, lässt sich indes wissenschaftlich nicht seriös beantworten. In einigen Regionen Österreichs bringt dieser November im ersten Monatsdrittel so viele Sonnenstunden wie durchschnittlich im gesamten Monat. So erreichen bereits diese Woche etwa Wien, Retz, Langenlebarn (beide NÖ) und Aigen im Ennstal (Steiermark) so viele Sonnenstunden wie im langjährigen Mittel im gesamten November. „Der Grund für die wenigen Nebeltage ist die ungewöhnlich trockene Luft. In den letzten Tagen strömte subtropische Luft nach Mittel­europa“, erklärt Podesser. „Sie wurde zeitweise über den derzeit sehr warmen osteuropäischen Kontinent herumgeführt, bevor sie Österreich erreichte, und trocknet am Weg über das Festland ab.“

Eine ähnlich lange anhaltende Hochdrucklage zu dieser Jahreszeit gab es nach Angaben der ZAMG das letzte Mal 1978. Damals hielt sich ab 27. Oktober 29 Tage ein Hoch über Mitteleuropa. Sonnig war es aber fast nur im Gebirge. In den Niederungen dominierten Nebelfelder. Im Grazer Becken zum Beispiel gab es vom 3. bis 11. November 1978 die bisher längste Hochnebelperiode ohne Unterbrechung.