Die blutige Jagd nach Elefanten im Kongo

10.11.2015 • 21:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dieses im Juli in Thailand konfiszierte Elfenbein stammt von kongolesischen Elefanten. Foto: EPA
Dieses im Juli in Thailand konfiszierte Elfenbein stammt von kongolesischen Elefanten. Foto: EPA

Wilderer metzeln im Ostkongo Elefanten nieder. Wildhüter riskieren bei ihrem Schutz oft ihr eigenes Leben.

johannesburg. Mehr als 11.000 Elefanten lebten vor zwei Jahrzehnten im Garamba-Nationalpark im östlichen Kongo. Im April 2014 wurden nur noch 1780 der Dickhäuter gezählt. Und seitdem fielen mehr als 200 weitere Tiere Wilderern zum Opfer. „Die Bedrohung ist inzwischen total militarisiert“, sagt Leon Lamprecht von der Organisation African Parks in Johannesburg, die vor rund zehn Jahren in die Verwaltung des kongolesischen Parks einstieg. Den Wilderen stehen etwa 120 Wildhüter und knapp 60 Soldaten gegenüber – mit weitaus schlechteren Waffen. Die Bedrohung für die Tiere im fast 5000 Quadratkilometer großen Park kommt oft von außerhalb der Landesgrenzen.

Vor einigen Wochen kamen die Umweltschützer Wilderern auf die Spur, die vermutlich aus dem Sudan gekommen waren und den Peilsender eines erlegten Elefanten bei sich führten. Als die Ranger sich näherten, wurden sie von Bewaffneten angegriffen. Ein Hubschrauber, der den Rangern zu Hilfe eilen wollte, musste nach schwerem Beschuss abdrehen. Angesichts anhaltender Kämpfe und vermisster Mitarbeiter bat African Parks das US-Afrikakommando und die UN-Friedensmission MONUSCO um Luftunterstützung zur Rettung der Kollegen. Die US-Streitkräfte waren nach eigenen Angaben anderweitig im Einsatz und hatten nicht das Mandat zur militärischen Unterstützung. Die UN schickten nach zwei Tagen zwei Hubschrauber, die aber laut African Parks nicht landen konnten. Später erreichten Wildhüter die Stelle und konnten drei Kollegen und einen Soldaten nur noch tot bergen. 

Auch im April und im Juni bezahlten Garamba-Parkhüter ihren Einsatz mit dem Leben. Im südlichen Virunga-Nationalpark waren im August und Oktober Tote zu beklagen. Trotz der Gefahren wollen die Wildhüter die Elefanten weiter schützen. „Die Einsatzmoral ist extrem hoch“, sagt Lamprecht.