Facebook wehrt sich gegen belgisches Urteil

Welt / 10.11.2015 • 22:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

menlo park, brüssel. Facebook will gegen die Entscheidung eines belgischen Gerichts zum Schutz von Daten von Nicht-Mitgliedern Rechtsmittel einlegen. Das teilte eine Sprecherin des Onlinenetzwerks am Dienstag mit. Zuvor hatten die Brüsseler Richter Facebook unter Androhung von Strafe verboten, Daten von Nicht-Mitgliedern zu sammeln. Wenn Facebook nicht innerhalb von 48 Stunden reagiere, werde eine Strafe in Höhe von 250.000 Euro pro Tag fällig, entschied das Gericht am Montag der belgischen Nachrichtenagentur Belga zufolge. Personenbezogene Daten dürften von Internetnutzern in Belgien nur nach eindeutiger Zustimmung der Betroffenen aufgezeichnet werden.

Bei der Auseinandersetzung geht es um das Identitäts-Cookie „datr“, eine Datei, die Facebook im Web-Browser der Nutzer speichert. Die belgische Datenschutzkommission will Facebook den Einsatz des Cookies verbieten lassen, das einige Informationen über das Verhalten von Nutzern auf Seiten mit dem „Like“-Button sammelt. Ihr ist ein Dorn im Auge, dass auch Nicht-Mitglieder das Cookie installiert bekommen, wenn sie die Facebook-Website besuchen. Facebook wies die Kritik wiederholt zurück. Sicherheitschef Alex Stamos argumentierte, das „datr“-Cookie helfe, falsche Profile herauszufiltern und verhindere Cyberattacken.