Polizei gelingt Schlag gegen Schlepperbande

12.11.2015 • 21:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Bande hat bis zu 15 Menschen in Pkws, Vans und Kleintransporter gepfercht und über die Balkanroute nach Österreich gebracht.  Foto: APA
Die Bande hat bis zu 15 Menschen in Pkws, Vans und Kleintransporter gepfercht und über die Balkanroute nach Österreich gebracht.  Foto: APA

Die Organisation brachte rund 1800 Menschen illegal nach Österreich.

Wien. Eine serbische Schlepperbande soll seit Februar rund 1800 Flüchtlinge von Belgrad nach Wien gebracht haben. Elf Mitglieder der Bande wurden in Österreich festgenommen und befinden sich in Korneuburg in U-Haft. Gegen sechs weitere Personen wurden internationale Haftbefehle erlassen, darunter ist auch der Kopf der Bande, wie am Donnerstag im Innenministerium mitgeteilt wurde.

Die beiden führenden Mitglieder der kriminellen Vereinigung stehen in Verdacht, von Februar 2015 bis Mitte September 2015 für mindestens drei bis vier Schlepperfahrten pro Woche verantwortlich zu sein. Die Bande war gut vernetzt. Bei den Schlepperfahrten fuhr ein Auto voraus, erläuterte der niederösterreichische Landespolizeidirektor Franz Prucher bei einer Pressekonferenz. Wenn keine Polizei in der Nähe war, machte sich das Fahrzeug mit den Flüchtlingen auf den Weg. In Kastenwagen und Minivans mit verdunkelten Scheiben wurden zehn bis 15 Personen gepfercht. Sechs Fahrzeuge wurden sichergestellt. Der Weg führte auf der Balkanroute von Belgrad über Ungarn nach Wien. Dort hatte die Gruppe mehrere Wohnungen angemietet, wo sich die Schlepper ausruhen konnten. Bei Hausdurchsuchungen wurden knapp 50.000 Euro sichergestellt. Prucher geht davon aus, dass die Haupttäter seit Februar eine Gesamtsumme von 500.000 bis 550.000 Euro erwirtschaftet haben. Mit diesem Geld kauften sie unter anderem Grundstücke und Häuser in Serbien.

Diese Gruppen seien „kriminelle Logistikunternehmen“, fügte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hinzu. Sie lobte den „großartigen Erfolg“ des Landeskriminalamts Niederösterreich in Zusammenarbeit mit Bundeskriminalamt und internationalen Behörden und sprach von einer „Sisyphusarbeit“ für die Ermittler. „Wir haben es mit skrupellosen Schleppern zu tun, die das Schicksal der Flüchtlinge ausnutzen.“ Die Innenministerin forderte neuerlich legale Wege aus den Krisengebieten nach Europa.“