TGV stürzt bei Testfahrt in einen Kanal: Elf Tote

15.11.2015 • 21:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Zug war ersten Ermittlungen zufolge mit mehr als 350 km/h unterwegs, als das Unglück passierte.  RTS; AFP
Der Zug war ersten Ermittlungen zufolge mit mehr als 350 km/h unterwegs, als das Unglück passierte. RTS; AFP

Das Unglück ereignete sich auf der neuen Schnellstrecke im Elsass, die im Frühling in Betrieb gehen soll.

Strassburg. Bei dem bisher schwersten Unglück des Hochgeschwindigkeitszugs TGV in Frankreich sind mindestens elf Menschen getötet worden. 37 Menschen seien verletzt, teilte die französische Bahngesellschaft SNCF mit. Der Zug war am Samstag bei einer Testfahrt auf einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke im Elsass entgleist, zwei Triebwagen und sechs Waggons stürzten von einer Brücke in den Rhein-Marne-Kanal.

Bei der Testfahrt waren demnach möglicherweise Kinder von Bahnmitarbeitern an Bord. Das Unglück könnte die geplante Eröffnung der neuen TGV-Schnellverbindung gefährden.

Ermittlungen laufen

Die genaue Ursache des Unglücks blieb zunächst unklar. Die Behörden der Präfektur gingen von überhöhter Geschwindigkeit als Ursache aus. Der Zug soll an der Kanalbrücke nördlich von Straßburg nahe Eckwersheim mehr als 350 Kilometer in der Stunde schnell unterwegs gewesen sein, wie Lokalmedien berichteten. Ein Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris vom Freitag wurde vorerst ausgeschlossen.

Der Chef der französischen Staatsbahnen SNCF, Guillaume Pepy wollte die Vermutungen zunächst nicht bestätigen: „Derzeit ist der Unfall unerklärbar.“ Auch die genaue Zahl der Menschen im Zug wurde zunächst nicht bekannt. Nach ersten Angaben der Bahngesellschaft sollen es etwa 50 gewesen sein. „Der Unfall war ein schwerer Schock“, sagte SNCF-Chef Pepy. Es sei das erste tödliche Unglück mit einem TGV, seit die Schnellzüge 1981 ihren Dienst aufnahmen.
Der Bahnchef betonte, dass sich ein solcher Unfall im Normalbetrieb nicht ereignen könne – es gebe automatische Sicherheitssysteme, die bei Testfahrten nicht aktiv seien. Die Fahrtenschreiber des TGV würden noch untersucht, sagte er.

Das Unglück ereignete sich auf einer neuen Strecke, die im Frühjahr 2016 in Betrieb gehen soll. Ab April soll die TGV-Schnellverbindung zwischen Straßburg und Paris nur noch 1 Stunde und etwa 50 Minuten dauern. Zurzeit sind es etwa 2 Stunden 20 Minuten. Auch die Fahrzeiten zwischen Paris und den deutschen Zielen München, Stuttgart oder Frankfurt/Main sollen kürzer werden.