Antibiotika-Resistenz als eine „globale Krise“

Welt / 16.11.2015 • 22:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein Forscher untersucht Antibiotika-resistente Bakterien in einem Labor in London. Foto: reuters
Ein Forscher untersucht Antibiotika-resistente Bakterien in einem Labor in London. Foto: reuters

Immer öfter bleiben Antibiotika wirkungslos, weil Bakterien resistent werden.

genf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zum stärkeren Kampf gegen die Antibiotika-Resistenz von Bakterien aufgerufen. Jedes Jahr sterben laut WHO rund 700.000 Menschen, weil Antibiotika gegen bestimmte Bakterien nicht mehr wirken. „Die zunehmende Antibiotika-Resistenz ist eine globale Gesundheitskrise“, erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Montag zum Auftakt der ersten weltweiten Antibiotika-Woche (16. bis 22. November).

Chan beklagte, dass viele Menschen immer noch nicht darüber informiert seien, wie Antibiotika-Resistenz entsteht und was dagegen getan werden kann. Dies geht aus einer Umfrage der WHO mit 10.000 Teilnehmern in zwölf Ländern hervor, die alle Weltregionen repräsentieren.

Bei der Umfrage gaben zwar 64 Prozent der Beteiligten an, sich der Gefahren durch die Resistenz von Antibiotika bewusst zu sein. Doch sie habe auch gezeigt, dass 64 Prozent der Beteiligten der Ansicht waren, man könne die von Viren ausgelösten Erkältungskrankheiten mit Antibiotika behandeln, obwohl sie gegen diese Erreger wirkungslos sind. 32 Prozent der Befragten erklärten, man könne die Einnahme von Antibiotika beenden, sobald man sich besser fühle, anstatt die verschriebene Dosis vollständig einzunehmen. „Die Erkenntnisse dieser Studie zeigen, dass es dringend erforderlich ist, das Wissen über Antibiotika-Resistenzen zu verbessern“, sagte der WHO-Sonderbeauftragte Keiji Fukuda. 

Die 194 WHO-Mitgliedstaaten hatten sich bei der diesjährigen Weltgesundheitsversammlung am 25. Mai in Genf auf einen globalen Aktionsplan für den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen verständigt. Ziel ist es, die Behandlung und Vorbeugung bakterieller Infektionen durch effektive und sichere Medikamente auch weiter gewährleisten zu können, heißt es in der Resolution. Alle Staaten sind aufgerufen, die Ziele des Aktionsplans innerhalb von zwei Jahren in nationale Strategien umzusetzen.