Klimawandel gefährdet Überleben der Eisbären

Welt / 18.11.2015 • 22:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Überleben der Eisbären wird nach Angaben der IUCN immer stärker durch die Klimaerwärmung bedroht. Foto: Reuters

Das Überleben der Eisbären wird nach Angaben der IUCN immer stärker durch die Klimaerwärmung bedroht. Foto: Reuters

Eisbärenbestände werden in den kommenden vier Jahrzehnten um mehr als 30 Prozent schrumpfen.

Gland. Die Eisschmelze in der Arktis durch die Erderwärmung, aber auch die Folgen von Öl- und Gasbohrungen machten dem Eisbären (Ursus maritimus) schwer zu schaffen, erklärte die Weltnaturschutzunion (IUCN), die in der Nacht auf Donnerstag eine Aktualisierung der Roten Liste gefährdeter Arten präsentierte. Darin wird neu auch auf die fortschreitende Zerstörung der Lebensräume zahlreicher Pilzarten sowie auf den Rückgang der Bestände an Knochenfischen im Atlantik und in der Karibik aufmerksam gemacht.

Die erneute Bewertung der Überlebenschancen des Eisbären unternahmen die Naturschützer vor allem mit Blick auf den Weltklimagipfel, der vom 30. November bis 11. Dezember in Paris stattfindet. Sie glichen Daten zu allen Populationen in der Arktis mit Statistiken zur Eisschmelze in den vergangenen Jahrzehnten ab und speisten sie in Computersimulationen ein. „Das Ergebnis zeigt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die globalen Eisbärenbestände in den kommenden 35 bis 40 Jahren um mehr als 30 Prozent schrumpfen werden“, erklärte die IUCN. Die Naturschützer verweisen auf jüngste Studien, die zeigten, dass die Eisschmelze in der Arktis noch rascher verlaufe als bisher von den meisten Klimamodellen vorhergesagt. So sei die Eismasse von 1979 bis 2011 um jeweils 14 Prozent pro Dekade zurückgegangen. Damit seien die natürlichen Jagdreviere der Eisbären entsprechend stark geschrumpft. Durch die Verlängerung der eisfreien Zeiten in Teilen der Arktis auf mehr als fünf Monate müssten die Bären länger als früher Hunger leiden, was direkte Folgen für ihre Fähigkeit zur Fortpflanzung habe.

Unter dem Klimawandel würden allerdings weit mehr Arten leiden als allein der „ikonenhafte“ Eisbär, sagte IUCN-Generaldirektorin Inger Andersen. „Die Regierungen, die beim Klimagipfel in Paris vertreten sind, müssen alles tun, um ein Abkommen zu erreichen, das stark genug ist, mit dieser Herausforderung fertig zu werden.“

Das Überleben der Eisbären wird nach Angaben der IUCN immer stärker durch die Klimaerwärmung gefährdet.  Foto: Reuters
Das Überleben der Eisbären wird nach Angaben der IUCN immer stärker durch die Klimaerwärmung gefährdet. Foto: Reuters