Verheerender Erdrutsch fordert Dutzende Tote

22.11.2015 • 21:10 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Zahlreiche Menschen sind noch unter den gewaltigen Schuttmassen verschüttet. Foto: AFP
Zahlreiche Menschen sind noch unter den gewaltigen Schuttmassen verschüttet. Foto: AFP

Die Jagd nach kostbaren Mineralien kostet in Myanmar über 90 Menschen das Leben.

rangun. Bei einem Erdrutsch in einem Jademinen-Gebiet im Norden Myanmars sind nach Angaben der Behörden fast hundert Menschen ums Leben gekommen. Seit dem Unglück am Samstag seien in der entlegenen Bergregion 97 Leichen geborgen worden, sagte eine Vertreterin der Regionalverwaltung in Hpakant im Teilstaat Kachin am Sonntag. Die Suche nach Verschütteten dauere an.

Nach Jade gesucht

Es sei unklar, wie viele Menschen noch unter den Erdmassen begraben seien, sagte die örtliche Regierungsvertreterin Nilar Myint. Nur ein Verschütteter habe lebend aus dem Geröll herausgezogen werden können, er sei aber kurze Zeit später gestorben.

Mitarbeiter des Roten Kreuzes, Soldaten, Polizisten und Helfer aus den Gemeinden waren im Einsatz, um nach Überlebenden zu suchen. Ihre Arbeit wurde durch schlechte Wetterbedingungen erschwert. Tausende von Arbeitern werden von den Milliardengewinnen aus dem Jade-Abbau in das Bergbaugebiet nahe der Grenze zu China gelockt. Bei den Opfern des jüngsten Unglücks handelt es sich offenbar um Menschen, die im Schutz der Dunkelheit nach Jadestücken in einem Schuttberg suchten, der von Baggern aufgeschüttet worden war.

Durch den Erdrutsch wurden Dutzende Hütten der Wanderarbeiter zerstört, die in dem Aushub der Bergwerke nach den Schmucksteinen suchten. Da solche Abfallberge nur lose aufgeschüttet sind, kommt es oft zu tödlichen Erdrutschen. Nach Angaben von Einwohnern verstärkten die Bergbaufirmen ihre Aktivitäten in Kachin. Die Anrainer in Hpakant legen den Unternehmen Unfälle und Landenteignungen zur Last.

Nach Angaben der NGO Global Witness wurden alleine im letzten Jahr in Myanmar Jadesteine im Wert von 31 Milliarden Dollar (knapp 29 Milliarden Euro) produziert. Laut offiziellen Zahlen setzte die Branche dagegen 3,4 Milliarden Dollar um.