Übergewicht-Debatte mit Spende gesteuert

Welt / 24.11.2015 • 22:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

new york. Der Getränkehersteller Coca-Cola soll massiv Einfluss auf die Debatte über Fettleibigkeit in den USA genommen haben. Das Unternehmen finanzierte und steuerte demnach die NGO Global Energy Balance Network, um ein Negativimage für seine Limonaden abzuwenden, wie die Nachrichtenagentur AP aus E-Mails rekonstruierte. Dass die NGO unter Führung eines Professors der Medizinischen Fakultät der University of Colorado von Coca-Cola 1,5 Millionen Dollar erhalten hatte, war bereits von der „New York Times“ aufgedeckt worden. Die Organisation, die sich als wichtige Instanz im Kampf für eine gesunde Ernährung sieht, hatte aber bestritten, dass der Getränkehersteller Einfluss auf Entscheidungen genommen habe.

Das stellt sich aber in den gesichteten E-Mails völlig anders dar. Coca-Cola entschied über die Führung des Global Energy Balance Networks mit, redigierte Erklärungen und schlug Artikel für die Webseite vor. Coca-Cola wollte die NGO mit der Hoffnung fördern, dass sie eine Instanz werde, an die sich Medien bei Fragen zur Fettleibigkeit wenden, wie aus einem internen Papier hervorgeht. In einer Reaktion auf die E-Mails erklärte Coca-Cola-Chef Muhtar Kent, seine Firma hätte die Verbindung zum Global Energy Balance Network transparenter gestalten sollen.