UNO sieht Fortschritte im Kampf gegen Aids

Welt / 24.11.2015 • 22:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ein Apotheker beschriftet in Kenias Hauptstadt Nairobi antiretrovirale Medikamente für HIV-Patienten.  Foto: reuters
Ein Apotheker beschriftet in Kenias Hauptstadt Nairobi antiretrovirale Medikamente für HIV-Patienten. Foto: reuters

Epidemie soll bis 2030 gestoppt sein. Rund 37 Millionen Menschen leben mit dem Virus.

genf. Der Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids macht Fortschritte. Inzwischen hätten 15,8 Millionen Menschen mit HIV Zugang zu einer antiretroviralen Therapie, die den Ausbruch von Aids verzögere, berichtete das Anti-Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) am Dienstag in Genf. Mit 41 Prozent der infizierten Erwachsenen erhielten im Vergleich zu 2010 doppelt so viele Infizierte eine Therapie. Auch bei HIV-infizierten Kindern habe sich der Anteil der Behandelten auf 32 Prozent verdoppelt.

2014 lebten laut UN weltweit 36,9 Millionen Menschen mit dem Virus. Zwei Millionen steckten sich 2014 an, 1,2 Millionen Menschen starben an Krankheiten im Zusammenhang mit Aids. „Alle fünf Jahre haben wir die Zahl der Menschen mit lebensrettender Behandlung verdoppelt“, sagte UNAIDS-Direktor Michel Sidibé. Bis 2030 soll die Epidemie gestoppt sein. Die UN schätzt, dass 2020 ein Betrag von 31,1 Milliarden Dollar nötig sein wird für wirksamere weltweite Anti-Aids-Maßnahmen.

Die Versorgung ist unterschiedlich. So erhalten laut UN nur etwa 14 Prozent der Betroffenen in Nordafrika und dem Mittleren Osten eine Therapie. Schlecht ist auch die Behandlung in Osteuropa und den ehemaligen Sowjetrepubliken. Gute Chancen haben Infizierte in Europa, Nord- und Lateinamerika und in der Karibik.

Laut UN gab es viele fortschrittliche Projekte: So wurden in Kenia die Prostituierten genauer erfasst und mit HIV-Schutzmaßnahmen versorgt. Im Iran erhielten in 142 Gefängnissen die Drogenabhängigen die Ersatzdroge Methadon – womit die Infektionsgefahr über mehrfach genutzte Spritzen sinkt. In einer Region in Malawi erhielten 16.000 Menschen einen Selbsttest.

In den letzten 30 Jahren haben sich weltweit etwa 78 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Die Hälfte von ihnen starb. Seit 2000 wurden laut UN etwa 176 Milliarden Euro in den Anti-Aids-Kampf investiert.