Südafrika bekämpft Wilderer mit Drohnen

Welt / 24.02.2016 • 22:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vergangenes Jahr wurden in Südafrika 1175 Nashörner getötet.  Foto: AP
Vergangenes Jahr wurden in Südafrika 1175 Nashörner getötet. Foto: AP

Mit dem Projekt „Air Shepherd“ sollen die Nashorn- und Elefantenbestände geschützt werden.

Durban. Dem südafrikanischen Umweltministerium zufolge leben in dem Land etwa 25.000 Nashörner, 90 Prozent des weltweiten Bestands. Mit der steigenden Nachfrage nach ihren Hörnern stehen sie immer stärker im Fadenkreuz. Zu Pulver zermahlen, gelten die Hörner in einigen Ländern Asiens als Arznei oder Potenzmittel. Im vergangenen Jahr wurden 1175 Nashörner in Südafrika getötet.
Die US-amerikanische Lindbergh-Stiftung gründete das Projekt „Air Shepherd“ 2012, doch wegen strenger Auflagen musste es zunächst wieder auf Eis gelegt werden. Ende 2015 gingen die Tierschützer im Hluhluwe-Im-
folozi-Park und im Krüger-Nationalpark wieder an den Start.

Ihre Drohnen mit einer Spannweite von weniger als zwei Metern fliegen Hunderte Meter über den Parks auf einer festen Route – nachts, wenn die meisten Wilderer unterwegs sind. Elektromotoren treiben sie fast lautlos an. Repariert wird wie in der Wildnis: mit Klebeband und Leim, sagt Pilot Graham Dyer. „Die Drohnen sind widerstandsfähig gebaut, sodass sie harte Landungen und den rauen afrikanischen Busch aushalten können.“ Die Kameras beobachten die Zugänge der Parkzäune und die Wasserlöcher, an denen sich Elefanten und Nashörner versammeln. Wenn der Pilot und sein Assistent verdächtige Vorgänge beobachten, alarmieren sie die bewaffneten Parkwächter. Sie rasen durch den Busch, um die Eindringlinge abzufangen. Das endet oft in Gewalt – regelmäßig werden Ranger und Wilderer in südafrikanischen Nationalparks getötet.

Werden sie nicht aufgehalten, töten die Jäger die Tiere mit Gewehr oder Giftpfeil, hacken Hörner und Stoßzähne heraus, schmuggeln sie aus dem Park und verkaufen sie. Um der Wilderei in Afrika ganz den Garaus zu machen, bräuchte das Projekt „Air Shepherd“ bis zu 50 Drohnen, heißt es. Bislang gibt es zwei. Während ihrer rund 600 Missionen wurde nach Angaben der Projektverantwortlichen kein Elefant oder Nashorn getötet.