Kinderarzt soll 21 Buben missbraucht haben

Welt / 03.03.2016 • 21:49 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Augsburg. Wegen sexuellen Missbrauchs von 21 Buben soll ein Kinderarzt nach dem Willen der Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von 14 Jahren und sechs Monaten erhalten. Staatsanwältin Maiko Hartmann blieb am Donnerstag in dem Prozess vor dem Landgericht Augsburg mit ihrer Forderung nur geringfügig unter der Maximalstrafe von 15 Jahren. Zugleich beantragte sie Sicherungsverwahrung für den Mann.

„Ohne Geständnis und Täter-Opfer-Ausgleich wäre mit Sicherheit die Höchststrafe herausgekommen“, meinte sie. Hintergrund ist, dass der 41-Jährige mit drei Opferfamilien eine Vereinbarung getroffen und Schmerzensgeld gezahlt hat. Der Mediziner sei ein „äußerst gefährlicher“ Serientäter, begründete sie die Forderung nach der Verwahrung des Pädophilen.

Die Rechtsanwälte, die die Opfer in dem Prozess als Nebenkläger vertreten, schlossen sich weitgehend den Forderungen Hartmanns an. Heute wollen die beiden Verteidiger ihr Plädoyer halten. Das Urteil ist für Donnerstag nächster Woche geplant.

Der Mediziner war gefasst worden, nachdem er im August 2014 in Garbsen in Niedersachsen einen Fünfjährigen entführt hatte. Laut Anklage hatte der Mann das Kind in sein Auto gelockt, in seiner Zweitwohnung in Hannover narkotisiert, brutal missbraucht und nach zwei Stunden ausgesetzt.