WWF sieht Unesco-Weltnaturerbe in Gefahr

Welt / 06.04.2016 • 22:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Zählt laut WWF-Bericht auch zu den bedrohten Stätten: das Barrier Reef in Belize.  Foto: AP
Zählt laut WWF-Bericht auch zu den bedrohten Stätten: das Barrier Reef in Belize.  Foto: AP

114 der 229 Weltnatur­erbe-Stätten durch Öl- und Gasbohrungen, Bergbau und illegalen Holzeinschlag bedroht.

Gland. Das Weltnaturerbe ist nach einer Analyse des WWF bedroht. Jede zweite dieser 229 Unesco-Stätten sei nicht ausreichend vor menschlichen Eingriffen geschützt, berichtete die Umweltstiftung am Mittwoch. In den Gebieten oder deren Umgebung würden Bodenschätze, Öl und Gas gefördert sowie Häfen, Autobahnen oder Dämme gebaut. Meere würden überfischt, Bäume illegal abgeholzt. Von Regierungen, Unternehmen und Finanziers fordert der WWF, schädliche Projekte zu unterlassen.
Zu den Weltnaturerbe-Stätten zählen nach Angaben der Unesco „überragende Naturerscheinungen“, die außergewöhnliche Zeugnisse der Erdgeschichte und besonders bedeutend für den Artenschutz sind.

Der WWF dringt auf einen besonderen Schutz der Gebiete, die 0,5 Prozent der Erdoberfläche umfassten. Schließlich seien elf Millionen Menschen davon abhängig – in Form von Arbeitsplätzen und Wasser.

Besonders problematisch ist die Situation demnach in Zentral- und Südafrika, wo 71 Prozent der Unesco-Gebiete als bedroht eingestuft werden. Mehr als die Hälfte der Stätten in Süd- und Ostasien, der Pazifikregion, in Lateinamerika und der Karibik sieht der WWF ebenfalls als gefährdet.

„Das geht nicht. Wir können nicht den universellen Wert dieser Parks hochhalten und dann nach Öl bohren“, sagte Günter Mitlacher, der beim WWF die Abteilung für internationale Biodiversitätspolitik leitet. Es gelinge teils aber auch, Gefahren doch noch abzuwenden – zum Beispiel im Virunga Nationalpark im Kongo, wo ursprünglich trotz dort lebender Primaten nach Öl gebohrt werden sollte.

Auch ein Hafen in Australien werde nach Protesten nun unter deutlich strengeren Auflagen gebaut. Zunächst sollte laut Mitlacher Baggergut im Great Barrier Reef verklappt werden.