Millionensumme nach tödlichen Schüssen

Welt / 25.04.2016 • 22:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Cleveland. Nach tödlichen Schüssen eines weißen Polizisten auf einen schwarzen Jungen zahlt die US-Stadt Cleveland sechs Millionen Dollar, verteilt auf die kommenden beiden Jahre. Ein entsprechender Vergleich wurde am Montag dem Bezirksgericht der Stadt vorgelegt. Den Beamten war unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen worden.

Der zwölfjährige Tamir Rice war im November 2014 mit einer echt aussehenden Spielzeugwaffe auf einem Spielplatz. Anwohner alarmierten die Polizei. Einer der beiden Beamten schoss nach offiziellen Angaben innerhalb von zwei Sekunden nach Öffnen der Autotür. Der Junge habe dann nicht sofort Erste Hilfe bekommen, sondern erst vier Minuten später durch einen FBI-Beamten mit Sanitäterausbildung. Der Verletzte starb einen Tag später im Krankenhaus.

Bei dem Prozess ging es nicht um die Schüsse auf den Zwölfjährigen, sondern um unterlassene Hilfeleistung. Die Mutter des Jungen klagte auch, die Polizei habe vorsätzlich versucht, ihr und ihrer Tochter nach dem Tod des Sohnes seelisches Leid zuzufügen durch die Art, wie sie die beiden behandelt habe.

Subodh Chandra, der Anwalt der Familie, nannte die Übereinkunft historisch. Sie sei aber kein Grund zum Feiern, denn ein zwölfjähriges Kind hat unnötigerweise sein Leben verloren.