Verheerende Erdrutsche fordern Dutzende Tote

Welt / 09.05.2016 • 22:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In China starben bei einem Erdrutsch mindestens 31 Menschen. Die Rettung wird zum Rennen gegen die Zeit. Foto: Reuters
In China starben bei einem Erdrutsch mindestens 31 Menschen. Die Rettung wird zum Rennen gegen die Zeit. Foto: Reuters

Nach Erdrutschen in Südchina und Ruanda geht die Suche nach Vermissten weiter.

Kigali. Mindestens 49 Menschen sind nach heftigen Regenfällen im Norden Ruandas bei Erdrutschen ums Leben gekommen. „Wir suchen immer noch nach Vermissten“, sagte die Ministerin für Katastrophenschutz, Seraphine Mukantabana, am Montag. Die Opfer seien hauptsächlich Kinder und ältere Menschen. Die Behörden machen das globale Klimaphänomen El Niño für die heftigen Regenfälle verantwortlich, da in Ruanda derzeit keine Regenzeit ist.

Die Erdrutsche verwüsteten dort mehr als 400 Häuser, Hunderte Menschen verloren ihr Zuhause. Eine von ihnen ist Marie Louise Mwiza. Der Regen habe nicht nur ihr Haus zerstört, sondern auch die Ernte. „Wir wissen nicht, wo wir etwas zu essen herbekommen sollen“, sagte sie. Örtliche Beamte riefen den nationalen Katastrophenschutz um Hilfe. „Das ist das Schlimmste, was wir bislang erlebt haben“, sagte die Beamtin Catherine Uwimana. Die Rettungsarbeiten kamen am Montag nur langsam voran, weil viele Zufahrtsstraßen blockiert waren. Erst vor gut einer Woche stürzte in Kenia nach starkem Regen und Überschwemmungen ein mehrstöckiges Wohngebäude zusammen. Das Klimaphänomen El Niño führt in den Staaten Afrikas südlich der Sahara zu extremen Wetterbedingungen. In einigen Ländern wie zum Beispiel Äthiopien kommt es zu einer Dürre mit Ernteausfällen. In Ländern wie Kenia oder Ruanda wird dagegen viel Regen erwartet.

31 Tote in China

Auch im Südosten Chinas kamen bei einem Erdrutsch auf einer Baustelle eines Wasserkraftprojekts mindestens 31 Menschen ums Leben. Dort hatten heftige Regenfälle den Erdrutsch vom Sonntagmorgen ausgelöst. Mehr als 600 Rettungskräfte waren am Montag im Einsatz, um die von Schlammmassen verschüttete Straße zum Unglücksort für schwere Maschinen freizuschaufeln und Vermisste zu suchen. Auch die Ernte vieler Bauern wurde zerstört.