Polizist im Fall Freddie Gray freigesprochen

Welt / 23.05.2016 • 22:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Baltimore. Gut ein Jahr nach dem Tod des Afroamerikaners Freddie Gray in Polizeigewahrsam ist ein Polizist in Baltimore freigesprochen worden. Der 30-jährige Edward Nero war wegen Körperverletzung, grob fahrlässiger Gefährdung und Amtsvergehen angeklagt worden. Ein Gericht befand ihn am Montag für nicht schuldig. Es ist das erste Urteil in dem Fall.

Der 25-jährige Gray hatte im April 2015 nach seiner Festnahme im Polizeigewahrsam schwere Rückenverletzungen erlitten, war ins Koma gefallen und eine Woche später gestorben. Sein Tod löste tagelange Proteste und schwere Unruhen aus. Nero war einer von drei Polizisten einer Fahrradstaffel, die Gray verfolgt und festgenommen hatten. Auf einem Video, das Augenzeugen aufgenommen haben, ist zu sehen, wie zwei Polizisten ihn am Boden festhalten und Gray offensichtlich unter Schmerzen schreit. Anschließend tragen sie ihn in einen Polizeitransporter. Die Beamten erklärten, Gray habe ein Klappmesser bei sich gehabt. Die Staatsanwaltschaft warf Nero vor, Gray ohne Grund festgenommen und ihn in den Wagen gelegt zu haben, ohne ihn anzuschnallen. Richter Barry Williams erklärte am Montag, es gebe keine glaubwürdigen Beweise dafür, dass Nero direkt an der Festnahme beteiligt war. Insgesamt müssen sich in dem Fall sechs Polizisten verantworten.