Noch keine Entwarnung in Hochwassergebieten

Welt / 02.06.2016 • 22:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Diese Frau wurde in Nemours in eine Notunterkunft gebracht. AP
Diese Frau wurde in Nemours in eine Notunterkunft gebracht. AP

Die Aufräumarbeiten laufen unter Hochdruck, doch die Unwettergefahr bleibt teilweise bestehen.

Simbach. Die Unwetterserie in Deutschland hat mindestens neun Menschen das Leben gekostet und im Westen und Süden mit Überschwemmungen gewütet. Nach vier Toten in Baden-Württemberg am Sonntag sind am Mittwoch fünf Menschen im Hochwasser in Niederbayern gestorben. In mehreren Bundesländern werden weiter Menschen vermisst. Von den Meteorologen kommt Entwarnung: Bis in die nächste Woche seien Schauer und Gewitter zu erwarten, eine Unwetterwarnung wurde jedoch vorerst aufgehoben, so der deutsche Wetterdienst.

Suche nach Vermissten

Einen Tag nachdem reißende Flutwellen die niederbayerische Region rund um Simbach überschwemmt hatten, wurde am Donnerstag ein weiteres Opfer in der Stadt am Inn geborgen. Mit dem 75-Jährigen erhöht sich die Zahl der Toten in Simbach auf vier. Ein weiteres Opfer gab es im benachbarten Julbach. Drei Menschen werden noch vermisst. Der Sachschaden im Landkreis Rottal-Inn geht nach ersten Schätzungen in den dreistelligen Millionenbereich. Laut Landrat Michael Fahmüller sind mindestens 500 Häuser beschädigt. Bayerns Finanzminister Markus Söder versprach den Betroffenen Soforthilfe. Viele Menschen sind noch in Sorge, weil sie Angehörige nicht erreichen können. Taucher suchten im überfluteten Gebiet nach weiteren möglichen Opfern. Das Technische Hilfswerk war noch am Morgen damit beschäftigt, Personen zu retten, die in ihren Häusern von den Wassermassen eingeschlossen waren. Hunderte Kinder hatten zuvor stundenlang in ihren Schulen ausharren müssen, weil sie vom Wasser eingeschlossen waren.

Am Donnerstag versuchten Rettungskräfte, Bewohner und freiwillige Helfer, Häuser und Straßen von Schlamm und Treibgut zu befreien sowie die Stromversorgung in den Ortschaften wiederherzustellen. Die Polizei warnte Autofahrer davor, die gesperrten Straßen im Hochwassergebiet zu nutzen. Viele Straßen seien völlig unterspült, auch Brücken und Überführungen seien einsturzgefährdet.

Glimpflich davongekommen ist bislang die Stadt Passau, in deren Landkreis am Vortag der Katastrophenfall ausgerufen worden war. Der vorhergesagte Höchststand des Pegels wurde nicht erreicht. Behörden und Einsatzkräfte blieben aber in Alarmbereitschaft.

Diese Frau wurde in Nemour in eine Notunterkunft gebracht. Foto: AP
Diese Frau wurde in Nemour in eine Notunterkunft gebracht. Foto: AP
Einen Tag nach der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern bleibt die Lage in der Region angespannt.  Reuters
Einen Tag nach der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern bleibt die Lage in der Region angespannt.  Reuters