Tesla-Autopilot fordert ein erstes Todesopfer

Welt / 01.07.2016 • 23:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Erstmals starb ein Mensch in einem selbstfahrenden Auto: Der Autopilot hat einen Lastwagen übersehen. Für den Fahrer kam jede Hilfe zu spät.
Erstmals starb ein Mensch in einem selbstfahrenden Auto: Der Autopilot hat einen Lastwagen übersehen. Für den Fahrer kam jede Hilfe zu spät.

Rückschlag auf dem Weg zum autonomen Fahren. Autopilot hat Hindernis übersehen.

Washington. Erstmals ist eine Person hinter dem Lenkrad eines im Selbstfahrmodus befindlichen Autos ums Leben gekommen. Die US-Verkehrsaufsichtsbehörde NHTSA bestätigte jetzt, dass es bei einem Unfall mit einem Tesla-Sportwagen einen Todesfall gegeben habe. Der Fahrer des Tesla Model S habe das Autopilot-System des Fahrzeugs verwendet, als er bei einer Kollision mit einem Lastwagen in Florida ums Leben gekommen sei. Nun wird überprüft, ob die Technologie versagt hat.

Der Unfall ereignete sich nach NHTSA-Angaben bereits am 7. Mai an der Kreuzung eines Highways in der Ortschaft Williston in Florida. Ein Mann aus Canton im US-Staat Ohio wurde getötet. Nach Behördenangaben versagten die Kameras des Wagens dabei, die weiße Flanke eines abbiegenden Sattelzugs vom hellen Himmel zu unterscheiden. Deshalb habe das Fahrzeug nicht automatisch gebremst, hieß es.
Der 62 Jahre alte Lastwagenfahrer sagte, der Mann hinter dem Lenkrad des Unglückswagens habe zum Unfallzeitpunkt einen Harry-Potter-Film auf dem Fernsehbildschirm geschaut und sei sehr schnell unterwegs gewesen. Tesla erklärte jedoch, dass es nicht möglich sei, Videos auf dem Touchscreen des Modell S abzuspielen.

Der Tote war ein früherer Navy Seal und Gründer einer IT-Firma. Im April noch hatte er das Autopilot-System gelobt, nachdem es nach seinen Angaben einen Unfall mit einem Lastwagen auf einer Schnellstraße verhindert hatte. Er stellte damals ein Video online. Der Tesla S sei „das beste Auto, das ich jemals besessen habe“, schrieb er.

Der Fahrzeughersteller bezeichnete ihn als „einen Freund“ von Tesla und der Elektroauto-Gemeinschaft. Gleichzeitig warnte das Unternehmen des Gründers Elon Musk, dass das neue System nicht perfekt sei. Musk drückte den Angehörigen des Toten auf Twitter sein Beileid aus. Die Tesla-Aktie fiel nach Bekanntwerden des tödlichen Unfalls um 3,2 Prozent.