HIV-Neuinfektionen in 74 Ländern gestiegen

19.07.2016 • 20:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
In der südafrikanischen Stadt Durban haben Demonstranten mehr Hilfen für HIV-Infizierte gefordert.  Foto: AP
In der südafrikanischen Stadt Durban haben Demonstranten mehr Hilfen für HIV-Infizierte gefordert. Foto: AP

Weltweit stecken sich laut einer Studie jährlich immer noch 2,5 Millionen Menschen mit dem HI-Virus an.

Durban. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen stagniert. Pro Jahr gibt es etwa 2,5 Millionen Neuinfektionen. Die seit zehn Jahren etwa gleich hoch bleibende Infektionsrate sei Anlass zur Sorge, schrieben die Forscher in der Fachzeitschrift „The Lancet“ aus Anlass der Welt-Aids-Konferenz in Südafrika.

Die Experten beklagten die „langsamen Fortschritte bei der Reduzierung der HIV-Infektionen“. Die Entwicklung könne sich durch „stagnierende“ Bereitstellung von Finanzmitteln im Kampf gegen HIV und Aids noch verschärfen, warnten die Wissenschafter des Forschungsinstituts IHME in Seattle in ihrer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung. Drei Viertel der neu registrierten Infektionen im Jahr 2015 traten demnach in afrikanischen Ländern südlich der Sahara auf. In Europa wurden in Russland (57.340 Fälle) und der Ukraine (13.490) die meisten Neuinfektionen verzeichnet. In 74 Ländern stieg nach Angaben der Studie in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Neuinfektionen, unter anderem in Indonesien, den Philippinen, in Nordafrika und dem Nahen Osten.

Insgesamt tragen nach Angaben der Wissenschafter derzeit 38,8 Millionen Menschen weltweit das Virus in sich. Dank der Behandlung mit antiretroviralen Arzneimitteln habe sich die Zahl der Aids-Toten seit 2005 von 1,8 Millionen jährlich auf 1,2 Millionen verringert. Im Nahen Osten, in Nordafrika und Osteuropa müsse die Behandlung aber intensiviert werden, forderten die Forscher.

Die Welt-Aids-Konferenz bringt etwa 18.000 Forscher, Aktivisten und Regierungsvertreter aus rund 180 Ländern zusammen. Weltweit sterben jährlich 1,1 Millionen Menschen an der vom HI-Virus ausgelösten Immunschwächekrankheit Aids. Die Weltgemeinschaft hat sich im Juni in New York auf das Ziel verständigt, die Aids-Epidemie bis 2030 zu beenden. Es wird aber stark daran gezweifelt, ob dieses Ziel noch erreicht werden kann.