Babyleichen-Prozess: 14 Jahre Haft für Mutter

20.07.2016 • 20:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Coburg. Acht Monate nach dem Fund von acht toten Babys in Bayern ist die Mutter wegen Totschlags zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Coburg sprach die 45-Jährige am Mittwoch in vier Fällen schuldig. Eine Verurteilung der Frau wegen Mordes, wie es die Staatsanwaltschaft gefordert hatte, lehnte das Gericht ab. Der wegen Beihilfe zum Mord angeklagte Vater wurde freigesprochen. Für eine Verurteilung des 55-Jährigen hätte dieser damit rechnen müssen, dass seine Frau Kinder tötet. Dafür habe das Gericht aber keinen Nachweis.

„Sie ist die Verdrängerin und nicht die planvolle Entscheiderin“, sagte der vorsitzende Richter. „Sicherlich handelte sie egoistisch und selbstsüchtig, aber es gibt eben auch das Motiv, die Familie zu erhalten.“ Das sei kein niederer Beweggrund – weshalb eine Verurteilung wegen Mordes nicht infrage gekommen sei.

Von Tochter entdeckt

Entdeckt worden waren die Leichen von der erwachsenen Tochter des Mannes aus erster Ehe, die in dem Haus der Familie im Erdgeschoß wohnt. Ihr Vater hatte ihr erzählt, dass seine Frau ihm gegenüber ein totes Kind im Haus erwähnt habe, dies am nächsten Tag aber zurückgenommen. Der Tochter ließ das keine Ruhe, sodass sie sich auf die Suche machte.