Suche nach MH370 vor dem endgültigen Aus

Welt / 22.07.2016 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Angehörige protestieren und fordern, dass die Suche nach dem verschollenen Flugzeug fortgesetzt wird. Foto: AFP
Angehörige protestieren und fordern, dass die Suche nach dem verschollenen Flugzeug fortgesetzt wird. Foto: AFP

Beteiligte Länder beschließen, dass die Suche „ausgesetzt“ wird. Angehörige empört.

Putrajaya. Eines der größten Rätsel der modernen Luftfahrtgeschichte wird womöglich ungelöst bleiben: In einer Bilanz der bisher ergebnislosen zweijährigen Suche nach der mit 239 Menschen verschollenen Boeing 777 der Malaysia Airlines beschlossen die beteiligten Länder am Freitag, die Aktion nach dem Durchkämmen des verbliebenen Suchgebiets „auszusetzen“. Es werde nur weiter nach Flug MH370 gesucht, falls sich in den noch nicht durchkämmten knapp 100.0000 Quadratkilometern etwas finden sollte, hieß es.

Ermittler gehen davon aus, dass die Boeing irgendwo südwestlich von Australien in den Indischen Ozean stürzte, nachdem sie am 8. März 2014 auf einem Flug von Kuala Lumpur nach Peking vom Kurs abgewichen und vom Radar verschwunden war. Bisher wurden nur kleinere Trümmerteile an Stränden am Indischen Ozean angespült. Das mögliche Absturzgebiet hat eine Größe von 120.000 Quadratkilometern. Der malaysische Verkehrsminister Liow Tiong Lai teilte den Beschluss nach einem Treffen mit seinen australischen und chinesischen Kollegen in Putraya mit. „In Abwesenheit neuer Beweise“ hätten sie gemeinsam beschlossen, die Suche nicht fortzusetzen, wenn das umrissene Gebiet vollständig durchkämmt sei. „Trotz der größten Anstrengungen aller Beteiligten sinkt die Wahrscheinlichkeit, das Flugzeug zu finden.“ Sollte es neue glaubhafte Erkenntnisse über einen möglichen Fundort geben, werde über die nächsten Schritte erneut nachgedacht.

Angehörige empört

Die Angehörigen der 239 Insassen zeigten sich empört. „Sie hatten uns versprochen, dass die Suche nicht endet und dass sie nicht aufgeben werden“, sagte die Mutter eines Passagiers. Der Chinese Li Eryou, dessen Sohn an Bord war sagte: „Die Wahrheit soll verschleiert werden.“ Er geht von einer Verschwörung aus und pocht auf Fortsetzung der Suche. Die Suche hat bisher umgerechnet 122 Millionen Euro gekostet.