Blutiger Amoklauf in Behindertenheim

26.07.2016 • 20:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Yokohama. Bei dem blutigsten Amoklauf in Japan seit Jahrzehnten hat ein junger Mann in einem Behindertenheim mindestens 19 wehrlose Menschen erstochen. Bei der Messerattacke in der Nacht zum Dienstag verletzte der frühere Heimmitarbeiter nach Angaben der Einsatzkräfte 25 Menschen, 20 von ihnen schwer. Eine Viertelstunde nachdem bei der Polizei ein Notruf einging, erschien der 26 Jahre alte Mann in seinem Auto bei einer nahen Polizeiwache und gestand die Tat. „Ich habe es getan“, sagte der Mann der Polizei. „Es ist besser, wenn die Behinderten verschwinden“, wurde der Täter, der zeitweise in psychiatrischer Behandlung war, zitiert.

Der Mann, der bis vor einigen Monaten in dem Behindertenheim beschäftigt war, hatte Berichten zufolge im Februar bei der Residenz des japanischen Parlamentspräsidenten einen Brief übergeben, in dem er die Möglichkeit der Euthanasie für Schwerstbehinderte forderte. Zudem erklärte er darin, er könne „für Japan“ 470 Behinderte töten, heißt es unter Berufung auf Einsatzkreise. Tage später soll er gegenüber Mitarbeitern des Heims gesagt haben, er werde Behinderte töten, woraufhin die Polizei verständigt wurde. Der Mann sei von den Behörden dann in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Knapp zwei Wochen später wurde er wieder entlassen.