„Solar Impulse“ schreibt Luftfahrtgeschichte

Welt / 26.07.2016 • 22:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der aus Karbonfasern gebaute Flieger ist mit einer Spannweite von 72 Metern breiter als die meisten Jumbojets.  Foto: AFP
Der aus Karbonfasern gebaute Flieger ist mit einer Spannweite von 72 Metern breiter als die meisten Jumbojets. Foto: AFP

Ohne Treibstoff um die Erde: Sonnenflieger beendet Weltumrundung.

Abu Dhabi. Der Sonnenflieger „Solar Impulse 2“ hat seine Reise um die Welt beendet. Der Schweizer Bertrand Piccard setzte das Flugzeug am frühen Dienstagmorgen sanft und fast in Zeitlupe auf der Landebahn in Abu Dhabi auf, wo der Flug vor mehr als einem Jahr begonnen hatte. „Ich habe 15 Jahre auf diesen Moment gewartet“, jubelte Piccard. Jetzt sei es an anderen, die Idee des Projekts weiterzutragen. Die beiden Schweizer Abenteurer und Wissenschaftler Bertrand Piccard und André Borschberg wollen mit ihrer Weltumrundung in dem Solarflieger für die Nutzung erneuerbarer Energien werben.

„Die Zukunft ist sauber, die Zukunft seid Ihr, die Zukunft ist jetzt“, sagte Piccard in einer kleinen Ansprache, als er aus dem Cockpit stieg. Man solle nie akzeptieren, dass die Welt verschmutzt wird, nur weil manche Menschen nicht so weit denken würden. Begleitet von einer Marschkapelle landete die „Solar Impulse 2“ noch vor Sonnenaufgang in dem arabischen Emirat. Das Team hatte den Flug von Kairo nach Abu Dhabi immer als die schwierigste der insgesamt 17 Etappen bezeichnet. Besonders die hohen Temperaturen und Thermiken seien eine Herausforderung. Im März 2015 war der Solarflieger in Abu Dhabi aufgebrochen und über Indien, China und den Pazifik Richtung Hawaii geflogen. Dort musste das Team im vergangenen Jahr wegen eines Defekts der Batterien eine neunmonatige Pause einlegen. Das Projekt stand kurz vor dem Scheitern.

43.041 Kilometer

Insgesamt legte der Solarflieger nach Angaben des Projektteams auf seiner Reise um die Welt 43.041 Kilometer zurück und war 558 Stunden und sechs Minuten in der Luft. Schon kurz vor der Landung hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon Piccard zu seinem Projekt gratuliert: „Das ist ein historischer Tag für Sie“, betonte Ban in einer Videoschaltung mit dem Piloten. Piccard beende zwar seine Reise, aber es sei erst der Anfang für eine nachhaltige Welt.