Vulkanerde macht die Ackerböden fruchtbar

Welt / 28.07.2016 • 22:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Inzwischen sind viele der Bauern wieder zurückgekehrt, denn die Lava machte die verwüsteten Äcker fruchtbar. Foto: AP
Inzwischen sind viele der Bauern wieder zurückgekehrt, denn die Lava machte die verwüsteten Äcker fruchtbar. Foto: AP

2002 verloren viele Bauern nach dem Ausbruch des Nyiragongo ihre Felder. Doch jetzt kehren viele zurück.

Goma. Während er in der Mittagshitze sein Feld bearbeitet, erinnert sich der Bauer Daniel Lazuba an sein Leben vor dem Ausbruch des Vulkans Nyiragongo im Osten Kongos vor 14 Jahren. „All dies hier war früher Mais“, sagt der 49-Jährige und deutet auf zwei Reihen neuer Bananenbäume, die zwischen schwarzen Steinen emportreiben.

Traumatisierte Bauern wie Lazuba kehren langsam auf Felder zurück, die der Nyiragongo, einer der aktivsten Vulkane Afrikas, 2002 verwüstet hatte. Der Lavafluss zerstörte etwa ein Drittel der 20 Kilometer entfernten Stadt Goma. Fast 150 Menschen kamen ums Leben, 400.000 flohen ins benachbarte Ruanda.

Auch Patrick Tamoini hat auf seinem Land nahe dem Fuß des Vulkans bereits wieder zwei gute Ernten eingefahren. Der 41-Jährige behält nach Abzug der Ausgaben für seine Familie monatlich umgerechnet mehr als 90 Euro übrig, mehr als doppelt so viel wie vor dem Ausbruch, wie er sagt. Das durchschnittliche monatliche Pro-Kopf-Einkommen im Kongo liegt laut Weltbank bei knapp 32 Dollar (29 Euro).

Die chemische Zusammensetzung vulkanischer Erde sorge für lukrative Anbaubedingungen, sagen Forscher vom Vulkanobservatorium von Goma. „Lava reichert den Boden, den sie zunächst verbrennt, tatsächlich an“, sagt Mathieu Yalira, Leiter der Abteilung für Geochemie und Umwelt. Vulkanerde enthält demnach Elemente wie Eisen, Phosphor und Kalium, die den Boden düngen. Der chemische Verwitterungsprozess lässt Lavaerde fruchtbarer als normale Erde werden.

Doch das Ruandische Rote Kreuz, das sich um viele der Flüchtlinge von 2002 kümmerte, warnt die Bauern davor, sich zu sehr an die neuen fruchtbaren Felder zu gewöhnen. Im Februar löste ein Erdbeben tief unter der Oberfläche im Virunga-Nationalpark, wo sich der Vulkan befindet, Donnergrollen aus. Seither entstand am nordöstlichen Rand des Kraterbodens ein neuer Schlot, der alle 30 Sekunden Lava ausstößt.