Rückschlag im Kampf gegen Kinderlähmung

Welt / 12.08.2016 • 22:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

genf. Der weltweite Kampf gegen die Kinderlähmung hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO einen Rückschlag erlitten. In Nigeria hätten sich zwei Kinder mit dem Polio-Virus infiziert, teilte die UN-Behörde in Genf mit. Die Minderjährigen sollen Lähmungserscheinungen zeigen. Die beiden Fälle im Bundesstaat Borno im Nordosten des Landes sind laut WHO der erste Ausbruch seit über zwei Jahren in Afrika. Die nigerianische Regierung arbeite nun eng mit der WHO und anderen Partnern zusammen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Geplant seien weitflächige Impfaktionen, auch in den Nachbarstaaten. „Das ist eine wichtige Erinnerung, dass die Welt es sich nicht leisten kann, selbstgefällig zu sein, kurz vor der Polio-Ausrottung“, sagte der für Polio zuständige WHO-Direktor Michel Zaffran. 1988 gab es weltweit noch 350.000 Neuerkrankungen. 2016 wurden weltweit nur noch 21 Polio-Fälle in Pakistan und Afghanistan verzeichnet.

Kinderlähmung (Poliomyelitis) ist eine ansteckende Virus-Erkrankung. Sie wird hauptsächlich durch Fäkalien übertragen. Eine von 200 Infektionen führt laut WHO zu dauerhaften Lähmungen. Von diesen Erkrankten sterben fünf bis zehn Prozent, weil die Atemmuskeln betroffen sind.