„Schlimmster Zoo der Welt“ nun geschlossen

Welt / 24.08.2016 • 22:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mitarbeiter von „Vier Pfoten“ versorgen kranke Affen, bevor sie aus dem Zoo im Gazastreifen gebracht werden. Foto: AFP
Mitarbeiter von „Vier Pfoten“ versorgen kranke Affen, bevor sie aus dem Zoo im Gazastreifen gebracht werden. Foto: AFP

Tierschützer retten teils kranke und hungernde Tiere aus Tierpark in Gaza.

Gaza. Internationale Tierschützer haben die letzten 15 Tiere aus einem verwahrlosten Zoo im südlichen Gaza­streifen gerettet. Sie sind über den Eres-Grenzübergang zu Israel aus der Küstenenklave verfrachtet worden.

Ein Tiger soll nun in Südafrika eine neue Heimat bekommen, fünf Affen in Israel und die restlichen Tiere – Stachelschweine, Schildkröten, Bussarde, jeweils ein Pelikan, Emu und Reh – kommen in ein Schutzzentrum in Jordanien. Der Tierarzt und Teamleiter, Amir Khalil, untersuchte und behandelte sie vor dem Transport aus dem Gazastreifen.

„Vier Pfoten“ hatte den Tierpark in Chan Junis als „schlimmsten Zoo der Welt“ beschrieben. Dutzende von Tieren waren elendig verendet, weil sie nicht genug Futter erhielten. Der anhaltende Konflikt zwischen der im Gazastreifen herrschenden Hamas und Israel erschwert die Lebensbedingungen in dem seit zehn Jahren blockierten Palästinensergebiet. Dies habe sich auch negativ auf die finanzielle Situation des Zoobesitzers ausgewirkt, sagte Kley von „vier Pfoten“.

Das Tierfutter koste ihn 250 Schekel (etwa 58 Euro) täglich, beklagte Zoobesitzer Mohammed Aweda. „Soviel habe ich in den vergangenen zwölf Monaten nicht eingenommen.“ Denn die Besucher bleiben aus. Auch die Zootiere von Chan Junis gerieten in den Bombenhagel des jüngsten Krieges zwischen Hamas und Israel im Sommer 2014, rund 80 von ihnen überlebten das Kriegsende nicht, sagt Mohammed Aweda.

„Vier Pfoten“ war in den vergangenen Jahren bereits mehrfach im Gazastreifen im Einsatz, um Tiere zu retten. Zuletzt waren sie im Juni in dem Zoo in Chan Junis, um Tiere mit Futter zu versorgen. Der Tierpark werde nun endgültig geschlossen, sagte Kley.

Auch angesichts starker israelischer Luftangriffe im Gazastreifen während ihres Aufenthalts sei der Einsatz eine „unglaubliche Herausforderung“ gewesen, heißt es von „Vier Pfoten“.