Pakistani erhalten Hilfe bei Klage gegen „KiK“

Welt / 30.08.2016 • 22:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Dortmund. Im Kampf um Schadenersatz nach dem Brand in einer pakistanischen Textilfabrik mit mehr als 250 Toten ist der Weg für eine Klage gegen das Textilunternehmen „KiK“ vor einem deutschen Gericht frei. Das Landgericht Dortmund gab am Dienstag bekannt, dass den Klägern Prozesskostenhilfe gewährt werde. Vier Pakistani, ein Überlebender und drei Angehörige, verlangen in dem Zivilverfahren jeweils 30.000 Euro Schadenersatz. Nach Auskunft des Deutschen Instituts für Menschenrechte ist es die erste zivilrechtliche Klage dieser Art in Deutschland.

Die Kläger werfen „KiK“ vor, für die „katastrophalen Brandschutzvorkehrungen“ im Fabrikgebäude mitverantwortlich zu sein. Die Zahl der Toten sei damals so hoch gewesen, weil das Gebäude vergitterte Fenster hatte und die brennende Fabrik für viele Arbeiter zur tödlichen Falle wurde. Als weiteren Schritt will das Gericht ein Gutachten zur Prüfung der Rechtslage in Auftrag geben. Anschließend soll über eine mündliche Verhandlung entschieden werden.

Hilfe ja, Haftung nein

„KiK“ hatte nach dem Brand im September 2012 eine Soforthilfe gewährt. Eine Haftung sowohl nach deutschem als auch pakistanischem Recht weist das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Bönen jedoch zurück.