Zahl der Waldelefanten drastisch geschrumpft

Welt / 31.08.2016 • 22:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Afrikanische Waldelefanten vermehren sich langsamer als angenommen.
Afrikanische Waldelefanten vermehren sich langsamer als angenommen.

Zwischen 2002 und 2013 hat sich die Zahl der Afrikanischen
Waldelefanten um
65 Prozent dezimiert.

Paris. Bis die Zahl der Wald­elefanten in den zentralafrikanischen Ländern wieder den Stand von 2002 erreicht, wird fast ein Jahrhundert vergehen – und dabei ist die Zahl der durch Wilderer getöteten Dickhäuter nicht eingerechnet. Ein Grund sei, dass sich die Tiere viel langsamer vermehrten als angenommen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie zur Entwicklung der Waldelefanten-Population.

Laut der erstmals durchgeführten Untersuchung hat sich die Zahl der Waldelefanten in Gabun, Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik, der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo zwischen 2002 und 2013 durch Wilderei um 65 Prozent dezimiert. Schätzungen zufolge habe es einmal zwischen einer und zwei Millionen Afrikanische Wald­elefanten gegeben, sagte Ko-Autor George Wittemyer von der Colorado State University. 1993 seien es vermutlich noch 500.000, 2013 nur noch etwa 100.000 gewesen.

Die Geburtenrate bei Wald­elefanten sei so niedrig, dass sie die Zahl der durch Wilderer getöteten Tiere nicht auffangen könne, sagte Wittemyer weiter. Laut der Studie erreicht eine Elefantenkuh erst mit 20 Jahren ihre Gebärreife, danach bringe sie nur alle fünf bis sechs Jahre Nachwuchs zu Welt – dies sei deutlich langsamer als bei den größeren und bekannteren Artgenossen, den Afrikanischen Steppen-Elefanten.
Selbst ohne Wilderer dauerte es deshalb „mindestens 90 Jahre“, bis sich die Population der Waldelefanten wieder erholt habe. Die bisherigen Annahmen zur Geburtenrate seien viel zu hoch, bemängelten die Forscher und forderten, die neuen Erkenntnisse bei künftigen Verhandlungen über Handelsgrenzen für Elfenbein von Afrikanischen Waldelefanten zu berücksichtigen.

Die Natur- und Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) stuft die Tiere als stark gefährdet ein. Ihre Zahl geht außer durch Wilderer auch durch das Schrumpfen ihres Lebensraumes zurück.