Meereis der Arktis taut erstmals bis Nordpol

Welt / 20.09.2016 • 20:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Eisbären am Nordpol spüren die Auswirkungen der Eisschmelze bereits stark. Foto: AFP
Die Eisbären am Nordpol spüren die Auswirkungen der Eisschmelze bereits stark. Foto: AFP

Bremerhaven. Die Meereisfläche in der Arktis ist in diesem Sommer weiter massiv geschrumpft. Das Eis sei bis in die Zentralarktis um den Nordpol hinein getaut, sagte der Klimaforscher Klaus Grosfeld vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI). „Erstmals ist das Eis an einer Stelle in einer durchgehenden Fläche bis nördlich von 85. Grad Nord aufgetaut.“ So weit nördlich sei das Eis bis dato in den Sommermonaten noch nie geschmolzen. „Das zeigt, wie angegriffen das System ist“, betonte er.

Im Winter werde der Bereich zwar wieder zufrieren. Nun bestehe aber die Gefahr, dass im nächsten Sommer das Meereis wieder so weit zurückgehe. 2012 habe es in der Arktis auch bereits eine eisfreie Linse nördlich des 85. Breitengrades gegeben, sagte Grosfeld. „Die war aber nicht mit dem eisfreien arktischen Ozean verbunden.“ Dies sei diesmal der Fall gewesen.