Samsung stampft sein Pannensmartphone ein

Welt / 11.10.2016 • 22:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Verschmortes Galaxy Note 7 in einer Aluminiumschale: Samsung hat das Gerät vom Markt genommen. Foto: AP
Verschmortes Galaxy Note 7 in einer Aluminiumschale: Samsung hat das Gerät vom Markt genommen. Foto: AP

Der Handy-Marktführer aus Südkorea nimmt das Galaxy Note 7 nun ganz vom Markt.

Berlin. Samsung hat das Galaxy Note 7 jetzt ganz abgesetzt, nachdem eine erste Rückrufaktion die Gefahr plötzlicher Brände nicht ausräumen konnte. Es ist ein beispielloses Debakel in der Smartphone-Branche, das den Marktführer Samsung Milliarden kosten wird. Die Ursachen der Brände, die erst auf die mittlerweile ausgetauschten Akkus zurückgeführt wurden, sind damit unklar. Das Premium-Modell sollte mit Apples iPhones konkurrieren und Samsung als Innovationsführer etablieren. Stattdessen droht dem Konzern nun ein schwerer Imageschaden.

In den vergangenen Tagen hatten Verbraucher mehrere Fälle gemeldet, in denen vermeintlich sichere Ersatzgeräte in Brand geraten waren. In der Nacht zum Dienstag stoppte Samsung zunächst weltweit den Verkauf und Austausch der Modelle. Wenige Stunden später folgte das endgültige Aus. Die Produktion des Note 7 werde nicht wieder aufgenommen, sagte ein Sprecher. Die betroffenen Geräte „können überhitzen und stellen ein Sicherheitsrisiko dar“. Erst vor wenigen Wochen hatte Samsung eine globale Austauschaktion für das im August eingeführte Note 7 in die Wege geleitet, die das Problem mit brennenden Geräten lösen sollte. Samsung rief alle Kunden erneut auf, ihr Note 7 auszuschalten und es überhaupt nicht mehr zu benutzen, egal ob es sich um ein Original- oder ein Austausch-gerät handelt. Sie sollen sich den Kaufpreis erstatten lassen oder das Gerät gegen ein anderes Modell eintauschen.

Druck wurde zu groß

Mit dem Produktionsstopp räumt Samsung erhebliche Probleme mit seinem Phablet – einer Mischung aus Smartphone und Tablet-Computer – ein. Samsung stand zuvor unter zunehmendem Druck. Am Montag hieß es zunächst, man werde die Produktionsplanung anpassen, ohne zu erläutern, was das bedeutet. Die Sicherheit der Verbraucher habe stets höchste Priorität für das Unternehmen, hieß es jetzt.