DNA an Fundort von Peggy gibt Rätsel auf

Welt / 14.10.2016 • 22:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am Fundort der getöteten Schülerin Peggy wurden DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden. AFP; RTS

Am Fundort der getöteten Schülerin Peggy wurden DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden. AFP; RTS

Ermittler suchen nach Verbindung zwischen Fall Peggy und NSU und rollen jetzt auch ungeklärte Fälle auf.

Bayreuth. Nach dem spektakulären Fund von DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort der getöteten Schülerin Peggy stehen die Ermittler vor einer Vielzahl ungelöster Rätsel. Geklärt werden muss auch, ob möglicherweise eine Verunreinigung den brisanten DNA-Treffer ausgelöst haben könnte.

Peggy war 2001 verschwunden, der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt. Die rechtsextreme Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) um Böhnhardt sowie die beiden mutmaßlichen Mitglieder Uwe Mundlos und Beate Zschäpe wird für eine Mordserie verantwortlich gemacht, bei der bundesweit neun Migranten und eine Polizistin starben.

Böhnhardt und Mundlos erschossen sich 2011, als ihnen die Polizei auf der Spur war. Nur Zschäpe wurde gefasst. Sie steht derzeit in München vor Gericht. Mitglieder des NSU-Untersuchungsausschusses des thüringischen Landtags zeigten sich nach eigenen Angaben wenig überrascht von möglichen Verbindungen zwischen dem NSU und dem Fall Peggy oder Kindesmissbrauch im Allgemeinen. Es gebe Informationen, dass nahe dem Fundort von Peggys Leiche eine Waldhütte existiere, in der sich ein Mann aus dem NSU-Umfeld aufgehalten habe, sagte die Vorsitzende Dorothea Marx (SPD) im Südwestrundfunk.

Sie erinnerte auch daran, dass schon Menschen aus dem näheren NSU-Umfeld wie der Neonazi Tino Brandt wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen verurteilt wurden und dass im Wohnmobil, in dem sich Böhnhardt und Mundlos selbst töteten, Kindersachen lagen. Eine Verbindung käme für sie „nicht aus heiterem Himmel“, sagte Marx. Jetzt müssten alle ungeklärten Todesfälle von Kindern und Menschen mit Migrationshintergrund daraufhin geprüft werden, ob NSU-Mitglieder oder Unterstützer damit etwas zu tun hätten. Auch alte Beweismittel müssten erneut geprüft werden.

Am Fundort der getöteten Schülerin Peggy wurden DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden.  AFP; RTS
Am Fundort der getöteten Schülerin Peggy wurden DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden. AFP; RTS