Neue „Rattenpatrouille“ mit New Yorker Katzen

Welt / 24.10.2016 • 22:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Projekt von Tierschützern: Sie kastrieren verwilderte Katzen und schicken sie im Kampf gegen Ratten los.

New York. In den Hochhausschluchten von New York tummeln sich zahllose wild lebende Katzen – einige von ihnen helfen der Stadt nun bei der Rattenbekämpfung. Freiwillige fangen die in Gruppen lebenden Tiere ein und lassen sie sterilisieren, kastrieren sowie impfen. Ziel ist, die Katzen entweder an ihrem angestammten Platz oder in Gegenden auszusetzen, in denen Ratten überhand genommen haben.

Diese Katzen laufen dann „Patrouille“ bei Feinkostläden und Kneipen, bei Autohändlern oder auf dem Gelände einer Kirche in Greenwich Village. Vier Katzen streifen um die Laderampen des Kongresszentrums Jacob K. Javits, wo angelieferte Speisen und Müll seit Jahren Nagetiere anziehen. „Früher haben wir Schädlingsbekämpfer engagiert, aber die Natur hat eine bessere Lösung“, sagt Rebecca Marshall, Nachhaltigkeitsmanagerin des weitläufigen Kongresszentrums. „Und Katzen kosten nichts.“

500.000 verwilderte Katzen

Etwa 6000 Freiwillige haben bei der Initiative für verwilderte Katzen in New York Kurse belegt, in denen sie lernten, wie Katzen mit Lebendfallen gefangen werden können. Das Programm wird von einem privat finanzierten Bündnis von mehr als 150 Tierschutzgruppen und Tierheimen betrieben. Nach dessen Schätzungen bevölkern bis zu einer halben Million verwilderte Streuner die fünf New Yorker Stadtteile. Straßenkatzen führen ein hartes Leben. Viele sterben an Erkrankungen und Unterernährung oder werden von Autos überfahren.

Andere nehmen vergiftetes Katzenfutter zu sich, das laut Vorwürfen von Tierschützern gezielt ausgelegt wird. Viele der Tiere werden von Baumaßnahmen vertrieben. Auch einer Kolonie von zwei Dutzend Katzen an der West Side von Manhattan droht jetzt die Vertreibung durch den Bau eines neuen Bürohochhauses.

Das Katzenquartett vom Javits-Kongresszentrum – Sylvester, Alfreda, Mama Cat und Ginger – wurde vor etwa zwei Jahren mit Katzenfutter, das tierliebe Mitarbeiter mitbrachten, an die 56 Laderampen gelockt. Inzwischen kann man beispielsweise beobachten, wie sich Sylvester dort neben einem Lastwagen in Stellung bringt, jederzeit zum Sprung bereit, sollte sich potenzielle Beute blicken lassen.