Erdbeben in Indonesien fordert dutzende Tote

Welt / 07.12.2016 • 22:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das schwere Erdbeben richtete schwere Verwüstungen an. Hunderte Häuser wurden beschädigt. Foto: AP
Das schwere Erdbeben richtete schwere Verwüstungen an. Hunderte Häuser wurden beschädigt. Foto: AP

Weitere 300 Menschen wurden verletzt. Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Überlebenden.

Jakarta. Dutzende Tote, zerstörte Häuser, aufgerissene Straßen: Der bereits bei der Tsunami-Katastrophe vor zwölf Jahren verwüstete Norden der indonesischen Insel Sumatra ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Fast hundert Menschen wurden getötet und zahlreiche weitere verletzt, als am frühen Mittwochmorgen die Erde in der Provinz Aceh bebte.

Das Beben der Stärke 6,4 überraschte die rund 130.000 Einwohner kurz nach fünf Uhr. Viele von ihnen bereiteten sich auf das Morgengebet vor. In der kleinen Stadt Meureudu nahe des Epizentrums fielen ganze Moscheen und Geschäfte in sich zusammen. Eine Tsunami-Warnung wurde aber nicht herausgegeben.

„Bisher wurden 97 Todesopfer gemeldet, und die Zahl wird noch weiter steigen“, sagte Acehs Militärchef Tatang Sulaiman. Mindestens 300 Einwohner der leidgeprüften Provinz Aceh wurden verletzt, 73 von ihnen schwer.

Mehr als tausend Soldaten und fast 900 Polizisten waren im Erdbebengebiet im Einsatz, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen und Notunterkünfte zu errichten. Die Rettungskräfte suchten in eingestürzten Häusern nach Verschütteten. Viele Menschen hielten sich auf der Straße auf, weil sie aus Angst vor weiteren Beben nicht in ihre Häuser zurückkehren wollten. Zudem verloren viele Menschen ihr Dach über dem Kopf, weil Hunderte Häuser beschädigt wurden. Die örtlichen Krankenhäuser waren rasch überfüllt, weil ständig Verletzte eingeliefert wurden. Viele Ärzte schoben die Krankenbetten ins Freie und behandelten die Verletzten dort, weil sie durch Nachbeben einen Einsturz der Krankenhäuser befürchteten.

Beben in Indonesien

März 2016: Die Erde bebt vor der Insel Sumatra. Die Behörden geben zunächst Tsunami-Alarm. Doch es gibt keine Tote, die Schäden sind gering.

Oktober 2010: Ein Beben der Stärke 7,7 löst vor Indonesien einen Tsunami aus, der mehrere Dörfer auf den Mentawai-Inseln zerstört. Hunderte Einwohner kommen ums Leben.

September 2009: Heftige Erdstöße erschüttern Sumatra, rund 1200 Menschen kommen ums Leben.

September 2007: Eine Serie schwerer Erdbeben erschüttert die Westküste Sumatras. Mindestens
25 Menschen kommen ums Leben.

Juli 2006: Bei einem Seebeben der Stärke 7,7 vor der Insel Java sterben rund 800 Menschen. Vier Meter hohe Flutwellen verwüsten die Südküste auf 200 Kilometern Länge.

Mai 2006: Bei einem Beben der Stärke 6,2 sterben mehr als 5000 Menschen auf Java, schätzungsweise 100.000 Menschen verlieren ihr Zuhause.

März 2005: Ein Beben der Stärke 8,6 im Indischen Ozean vor Sumatra reißt mindestens 1300 Menschen in den Tod.

Dezember 2004: Mehr als 230.000 Menschen sterben bei einem gewaltigen Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami im Indischen Ozean. Das Beben hat eine Stärke von 9,1.