Voll besetzte Kirche in Nigeria eingestürzt

Welt / 11.12.2016 • 22:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die genaue Opferzahl ist noch unklar. Noch immer werden Menschen unter den Trümmern vermisst.  Foto: Reuters
Die genaue Opferzahl ist noch unklar. Noch immer werden Menschen unter den Trümmern vermisst.  Foto: Reuters

Gebäude während dem Gottesdienstes zusammengebrochen. Über 200 Todesopfer.

Abuja. Beim Einsturz einer voll besetzten Großkirche im Süden Nigerias sind viele Gottesdienstbesucher getötet worden. Die genaue Zahl der Toten in der Stadt Uyo war am Sonntag noch unklar. Mehr als 200 Leichen seien in sein Krankenhaus gebracht worden, zitierte die Zeitung „Punch“ den Chef der örtlichen Universitätsklinik.

Das Gebäude der Reigners Bible Church stürzte Samstagmittag aus noch unbekannter Ursache während eines Gottesdienstes ein. Die Kirche war Augenzeugen zufolge Schauplatz eines Festgottesdienstes zur Bischofsordination von Akan Weeks und deshalb voll besetzt. Rund 30 Minuten nach Beginn des Gottesdienstes sei zunächst das Dach eingestürzt, dann sei das Gebäude zusammengefallen.

„Es gab ein Geräusch, das sich anhörte wie Regen. Ich dachte anfangs, es sei von den riesigen Lautsprechern gekommen. Während sich die Leute fragten, was passiert, fiel das ganze Gebäude zusammen“, sagte Ime Umanna, die an dem Gottesdienst teilnahm. „Das schwere Metall, das für das Kirchendach benutzt wurde, fiel mit Wucht auf die Menschen und zerquetschte viele“, sagte die Studentin. Sie selbst hatte Glück: „Ich war nahe am Seiteneingang und konnte schnell raus.“
Der Journalist Okon Ukpong, der ebenfalls bei dem Einsturz anwesend war, berichtete von Dutzenden Menschen, die unter den Trümmern eingeklemmt gewesen seien. Viele seien gestorben, bevor die Helfer den Unglücksort erreicht hätten. „Es war in der Tat ein schwarzer Samstag für uns hier.“

Auch Stunden nach dem Unglück bargen Suchmannschaften noch Opfer aus den Trümmern des Gotteshauses. Unter den Toten waren auch Regierungsvertreter, die als Ehrengäste anwesend waren.

Der Kirchenneubau war Berichten zufolge für mehrere tausend Menschen ausgelegt. Zwei Kräne kamen zum Einsatz, um Dachtrümmer anzuheben und zu den Opfern vordringen zu können.