Suche nach Wrack von MH370 aufgegeben

Welt / 17.01.2017 • 22:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Royal Australian Air Force unterstützte die Suche nach dem Wrack der Maschine in einem 120.000 Quadratkilometer großen Gebiet. Foto: AP
Die Royal Australian Air Force unterstützte die Suche nach dem Wrack der Maschine in einem 120.000 Quadratkilometer großen Gebiet. Foto: AP

Das Verschwinden von Flug MH370 gehört zu den großen Rätseln der Luftfahrtgeschichte.

Kuala Lumpur, Sydney. Eine gemeinsame Erklärung der Verkehrsminister aus Australien, China und Malaysia, nur 13 Sätze lang. Eine Version in englischer Sprache, eine Version in Chinesisch. So ging am Dienstag die teuerste Suche der Luftfahrtgeschichte zu Ende: Drei Jahre nachdem die Maschine verschollen ist, ist die Suche nach der vermissten Boeing 777 der Malaysia Airlines nun offiziell für beendet erklärt. Fast 150 Millionen Euro Kosten, knapp drei Jahre Arbeit, null Erfolg: Gefunden wurde die Maschine mit den 239 Menschen an Bord nicht. „Trotz aller Bemühungen“ unter Einsatz neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, hoch qualifizierter Berater sowie von Spitzentechnologie sei es nicht gelungen, die vermisste Maschine zu finden, erklärten die drei Länder am Dienstag. Auch neue Informationen zur „genauen“ Absturzstelle gebe es nicht. Deshalb werde die Suche eingestellt.

Teuerste Suche

Die drei Länder hatten in einem 120.000 Quadratkilometer großen Gebiet den Boden des südlichen Indischen Ozeans nach dem Wrack abgesucht. Das Gebiet ist abgelegen, das Wetter häufig stürmisch, der Ozeanboden ist zerklüftet und teils Tausende Meter tief. Mit Kosten von über 127 Millionen Euro war es die bisher teuerste und aufwendigste Suche in der Geschichte der internationalen Luftfahrt. Die Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord plötzlich von den Radarschirmen verschwunden. Die meisten Insassen stammten aus Malaysia und China. Experten vermuten, dass die Maschine vom Kurs abwich und nach stundenlangem Flug mit leerem Tank in den südlichen Indischen Ozean stürzte.

Kaum Hinweise

Mehrere Wrackteile wurden im Laufe der Zeit an Stränden des westlichen Indischen Ozeans entdeckt. Drei von ihnen konnten eindeutig der Maschine zugeordnet werden. Das australische Amt für Transportsicherheit, das die gemeinsame Suche mit China und Malaysia leitete, war im Dezember zu dem Ergebnis gekommen, dass die Maschine höchstwahrscheinlich weiter nördlich abgestürzt war. Es identifizierte ein rund 25.000 Quadratkilometer großes Gebiet – doch bezeichnete Canberra die Berechnungen als „wenig glaubhaft“.

Die drei Länder hatten bereits im Juli angekündigt, die Suche nur dann auszuweiten, wenn es neue „glaubhafte Hinweise“ auf einen anderen Absturzort gebe. Die internationale Opfervereinigung Voice370 äußerte sich „bestürzt“ über die Entscheidung. Sie rief die Regierungen von Malaysia, China und Australien auf, die Suche auszuweiten. Dies seien sie allen Flugpassagieren „im Interesse der Flugsicherheit“ schuldig.