Rettungskräfte geben die Hoffnung nicht auf

Welt / 22.01.2017 • 22:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch am Sonntag waren Dutzende Rettungskräfte an der Unglücksstelle im Einsatz.  Foto: AP
Auch am Sonntag waren Dutzende Rettungskräfte an der Unglücksstelle im Einsatz.  Foto: AP

Helfer finden im Berghotel Rigopiano
weiteres Todesopfer.
23 Menschen gelten noch als vermisst.

Farindola. Mit dem Mute der Verzweiflung suchen die Retter am verschütteten italienischen Berghotel Rigopiano nach weiteren Überlebenden. Allerdings konnte die Feuerwehr am Sonntagabend zunächst nur eine traurige Nachricht verbreiten: Die Helfer hatten ein weiteres Todesopfer gefunden, damit erhöhte sich die Zahl der Toten auf mindestens sechs.

Bisher wurden insgesamt neun Menschen lebend aus dem Inneren des Hotels, das laut „Tiroler Tageszeitung“ zur Raiffeisen-Gruppe gehört, geborgen. Die Rettungsarbeiten wurden durch die Wetterbedingungen, Nebel und hohe Lawinengefahr erschwert. Hubschrauber hatten am Sonntag Probleme, den Unglücksort zu erreichen. Über die Hälfte des verschütteten Geländes sei nach Vermissten durchsucht worden.
Zu den bisher geborgenen Leichen zählen auch die Eltern des neun Jahre alten Edoardo Di Carlo, der das Unglück überlebt hat. „Wir Kinder haben uns gerettet, weil wir in einem Saal Billard spielten“, erzählte der Bub.

Die Lawine hatte am vergangenen Mittwoch das auf 1200 Metern Höhe am Fuße des Gran-Sasso-Massivs gelegene Vier-Sterne-Hotel nach einer Erdbebenserie verschüttet und große Teile mitgerissen. Trümmer und Möbel wurden in bis zu 400 Metern Entfernung vom Hotel gefunden.

Die tödliche Lawine war nach den Worten von Alpenexperte Valerio Segor zwar nur mittelgroß – sie habe aber eine solche Wucht gehabt, dass nicht einmal Stahlbeton ihr hätte standhalten können. Die Lawine hatte demnach eine Masse von 50.000 Tonnen, sei 500 Meter breit und bis zu 100 Stundenkilometer schnell gewesen, sagte er laut Nachrichtenagentur Ansa. „Es war wie eine Bombe“, sagte Hotelgast Vincenzo Forti, der wie seine Freundin gerettet wurde. Gemeinsam mit zwei weiteren sei er auf etwa einem Quadratmeter Platz eingeschlossen gewesen. „Wir haben uns umarmt und von Schnee ernährt. „Wir hatten riesige Angst und haben gebetet.“