Wiener Gasexplosion fordert ein Todesopfer

Welt / 26.01.2017 • 22:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Durch die Wucht der Explosion waren viele Fenster zerborsten. Teile des Gebäudes stürzten ein.  Foto: APA
Durch die Wucht der Explosion waren viele Fenster zerborsten. Teile des Gebäudes stürzten ein.  Foto: APA

Mieter sollte de­logiert werden. Hausverwalter stirbt, zwölf weitere Personen werden verletzt, darunter ein Baby.

Wien. Eine Gasexplosion während eines Delogierungsversuchs in einem Wohnhaus in Wien hat am Donnerstag ein Todesopfer gefordert, zwölf weitere Menschen wurden verletzt. Der 64-jährige Hausverwalter kam bei dem Unglück ums Leben, ein Gerichtsvollzieher und ein Schlosser wurden schwerst verletzt. Der 55-jährige Wohnungsmieter, der delogiert werden sollte, und die Frau des Hausverwalters kamen mit weniger schweren Blessuren davon. Ein erst einen Monat altes Mädchen in einer Nachbarwohnung wurde von Mauerteilen getrtoffen und erlitt ebenfalls schwere Verletzungen, befand sich aber außer Lebensgefahr. Zudem wurden sieben weitere Menschen leicht verletzt.

Der Gerichtsvollzieher habe gegen 7.45 Uhr bei der Hinterhofwohnung in der Hernalser Hauptstraße geläutet, sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Anschließend habe der Schlosser die gerichtlich angeordnete Wohnungsöffnung durchgeführt. Vor der Tür standen neben dem Gerichtsvollzieher der Hausverwalter und seine Frau. Als die Tür aufging, kam es zur Explosion. Durch die Wucht der Explosion waren viele Fenster zerborsten. Teile des Gebäudes stürzten ein, auch ein Brand brach aus. Die Rauchschwaden waren weithin sichtbar. Feuerwehr und Polizei waren mit Dutzenden Fahrzeugen im Einsatz. Die Nachbargebäude seien vorsichtshalber geräumt worden.

Gas-Luft-Gemisch

Nach einer Explosion verdichten sich die Hinweise, dass die Detonation bewusst herbeigeführt wurde. Die Ermittler ließen gestern aber noch offen, ob die Explosion fahrlässig zustande kam oder vorsätzlich. „Klar ist, dass der Wohnungsmieter von der Delogierung gewusst hat“, so Eidenberger. Die Polizei geht davon aus, dass sich ein Gas-Luft-Gemisch entzündet haben dürfte. Der Mieter sei allein in der Wohnung gewesen. Das Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen.