Wirbel um den größten Fischmarkt in Japan

Welt / 27.01.2017 • 22:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Umzug des Fischmarktes an einen neuen Ort bereitet große Probleme. Der Untergrund des neuen Geländes sei mit Umweltgiften verseucht.  AFP
Der Umzug des Fischmarktes an einen neuen Ort bereitet große Probleme. Der Untergrund des neuen Geländes sei mit Umweltgiften verseucht.  AFP

Die traditionsreichen Hallen sind in die Jahre gekommen und sollen nun den Olympischen Spielen 2020 weichen.

Tokio. Tokios Fischmarkt Tsukiji, einer der größten der Welt, bietet alles, was das Herz von Fischliebhabern höherschlagen lässt. Rund 1700 Tonnen werden hier tagtäglich umgeschlagen, bevor die Fische in den unzähligen Sushi-Restaurants des Archipels landen.

Jetzt sollen die alten Hallen aus den 1930er-Jahren abgerissen werden und mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio Platz schaffen für neue Häuser und breite Straßen. Geplant ist, dass der Markt in bereits fertiggestellte neue Hallen auf Toyosu, einer nur wenige Minuten entfernten künstlichen Insel am Rande der Tokioter Bucht, umzieht. Eigentlich sollte das schon im November über die Bühne gegangen sein.

Doch Tokios neue Gouverneurin Yuriko Koike hat die Pläne vorerst auf Eis gelegt. Begründung: Der Untergrund des neuen Geländes ist trotz Sanierungsarbeiten und wiederholter Untersuchungen weiter hochgradig mit Umweltgiften wie Benzol und Arsen verseucht. Auf dem Grundstück in Toyosu stand früher eine Gasfabrik. Nun sollen nochmals Untersuchungen vorgenommen werden. „Wir sind total überrascht. Uns bleibt nichts anderes übrig, als das Ergebnis abzuwarten“, sagte Kenji Ohashi vom Tsukiji-Marktverband der dpa.

Andere sind regelrecht verärgert. „Bei der jetzigen Lage können wir nicht umziehen“, schimpfte der 47 Jahre alte Zwischenhändler Yasuhiro Yamazaki kürzlich in der Zeitung „Asahi Shimbun“. Egal wie viele Milliarden an Steuergeldern schon in den neuen Standort investiert worden seien, „wir gehen auf keinen Fall Kompromisse ein. Ich will Klarheit über die Sicherheit, wenn ich Fische verkaufe.“

Nicht nur die Stadt hat schon viel Geld investiert, sondern auch viele Händler, unter anderem für Kühlgeräte. Manche können sich den geplanten Umzug gar nicht leisten und haben bereits ihr Geschäft ganz aufgegeben.Die Stadtverwaltung solle endlich eine Entscheidung fällen.