Goldene Entschädigung für Flutopfer in Thailand

Welt / 08.02.2017 • 22:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Viele Bauern im thailändischen Bang Saphan haben Anfang Jänner alles verloren. Nun versuchen sich die Betroffenen als Goldschürfer. Foto: AP
Viele Bauern im thailändischen Bang Saphan haben Anfang Jänner alles verloren. Nun versuchen sich die Betroffenen als Goldschürfer. Foto: AP

Heftiger Regen hat die Felder vieler Bauern zerstört – und förderte Gold zutage.

Bangkok. Mit Hochwasser haben die Landwirte im Süden Thailands fast jedes Jahr zu kämpfen. Diesmal aber hat die Natur zumindest eine Art Sicherheitsnetz ausgeworfen. Weil die Fluten die Ufer eines Kanals wegspülten, trat plötzlich Gold zutage – wenn auch nur in kleinen Mengen.

Ganze Landstriche wurden verwüstet. In Bang Saphan, knapp 250 Kilometer südlich der Hauptstadt Bangkok, wurden große Teile der Ernte zerstört. Dass den Bauern der örtliche Kanal aber nicht zum ersten Mal eine attraktive Alternative bietet, zeigt sich schon an dessen Namen: „Klong Thong“ – was auf Deutsch „Goldener Kanal“ heißt. Die Hobbyschürfer nutzen für die Goldsuche einfache Schüsseln oder Siebe. Die Ausbeute, so gering sie auch sein mag, sammeln sie in kleinen Gläsern. „Es zählt zum lokalen Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wird – jedes Mal, wenn sich das Wasser nach einer Überschwemmung wieder zurückzieht, suchen die Leute hier nach Gold“, sagt Boonyarit Daengraksa, stellvertretender Leiter des Unterbezirks Ron Thong, den der Kanal durchquert.

Von einem echten Goldrausch kann aber trotzdem kaum die Rede sein. „Ich komme zur Entspannung her“, sagt die 72-jährige Nusra Tubtang, die normalerweise Ananas anbaut. Von den Pflanzen auf ihrem Feld sei kaum etwas übrig geblieben. In drei Tagen am Kanal habe sie immerhin ein paar winzige Goldstückchen gefunden, für die sie umgerechnet etwa 33 Euro bekommen habe.

Unterdessen versuchen die Behörden, den „goldenen Ruf“ der Region auch auf anderer Ebene zu nutzen. Bisher bekommt Bang Saphan von den großen Touristenströmen im Land kaum etwas ab. Nun soll wenigstens der „Klong Thong“ als kleine Attraktion etabliert werden. Um zahlende Gäste beherbergen zu können, hatte die Verwaltung in neue Beleuchtung investiert und Bambushütten errichtet. Doch auch die wurden vom jüngsten Hochwasser zerstört. Man werde sich aber bemühen, alles wieder aufzubauen, sagt Boonyarit.

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