23.000 Kameras für New Yorker Polizisten

Welt / 14.02.2017 • 22:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein New Yorker Polizist aktiviert die auf seiner Brust befestigte Body-Kamera. Foto: AP
Ein New Yorker Polizist aktiviert die auf seiner Brust befestigte Body-Kamera. Foto: AP

Körperkameras sollen nach Skandalen um Polizeigewalt für mehr Transparenz sorgen.

New York. Doch sie sind umstritten. Die New Yorker Polizei will bis 2019 alle 23.000 Streifenpolizisten mit Körperkameras ausrüsten – ein ambitionierter Plan, mit dem sie alle anderen US-Städte weit hinter sich lassen würde. Für den demokratischen Bürgermeister Bill de Blasio ist diese Maßnahme entscheidend, um das Vertrauen zwischen Polizisten und Bürgern nach diversen Skandalen um Gewalt der Beamten wieder herzustellen. Damit werde eine „Atmosphäre von Transparenz und Rechenschaft zum Wohle aller“ geschaffen, ist de Blasio überzeugt. Doch bislang hinkt die größte Polizeibehörde des Landes anderen Metropolen hinterher, hat nur begrenzte Erfahrung mit den Kameras und aktuell keine einzige auf den Straßen im Einsatz. Das Projekt wurde im Januar im Rahmen einer Vereinbarung der Stadt mit der Polizeigewerkschaft bekannt gegeben. Ein Bundesgericht war schon 2013 zu dem Schluss gekommen, dass die New Yorker Polizei Angehörige von Minderheiten zu Unrecht besonders ins Visier nahm, und ordnete einen Versuch mit den Bodycams an. Die tödlichen Schüsse auf den afroamerikanischen Schüler Michael Brown in Ferguson im US-Staat Missouri im Jahr 2014 und andere von Polizisten verursachte Todesfälle ließen Rufe lauter werden, Beamte mit tragbaren Kameras auszurüsten, um von Fehlverhalten abzuschrecken und Schießereien sowie Zusammenstöße zu dokumentieren.

In Philadelphia und Houston wurde ein kleiner Prozentsatz von Polizisten mit Kameras ausgerüstet. Chicago will die Installierung von rund 7000 Kameras bis Ende dieses Jahres abschließen. Und in Baltimore, wo es nach dem Tod eines Mannes in Polizeigewahrsam 2015 zu Unruhen kam, wurden seit Mai etwa 600 Sicherheitskräfte mit Bodycams ausgestattet. In New York gab es ein Pilotprojekt mit 54 Kameras. Bis 2018 sollen es 5000 sein. Dazu stimmte die Behörde einem Fünfjahresvertrag über sechs Mill. Euro mit einem Unternehmen aus Seattle zu.

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