Ein Toter bei Amokfahrt: Motiv gibt Rätsel auf

Welt / 26.02.2017 • 22:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf dem Bismarckplatz am Rande der Heidelberger Altstadt hat ein 35-Jähriger mit seinem Wagen drei Menschen gerammt.  Foto: dpa
Auf dem Bismarckplatz am Rande der Heidelberger Altstadt hat ein 35-Jähriger mit seinem Wagen drei Menschen gerammt.  Foto: dpa

73-jähriger Passant getötet und zwei Österreicher leicht verletzt. Täter von Polizei mit Bauchschuss gestoppt.

Heidelberg. Nach der tödlichen Autofahrt in eine Menschenmenge in Heidelberg, bei der am Samstag ein Mensch gestorben ist und zwei weitere leicht verletzt wurden, rätseln die Ermittler noch über das Motiv des Fahrers. Der 35 Jahre alte Deutsche war von der Polizei mit einem Bauchschuss gestoppt und danach operiert worden. In einer ersten Vernehmung am Sonntag äußerte sich der mutmaßliche Täter nach Angaben der Polizei nicht zu den Vorwürfen. Ein Richter erließ Haftbefehl unter anderem wegen Mordverdachts. Der Mann soll mit einem Mietwagen in die Gruppe der Passanten gefahren sein. Ein 73-Jähriger wurde getötet und zwei weitere Fußgänger verletzt. Beide Verletzten seien österreichische Staatsbürger, teilte Außenministeriumssprecher Thomas Schnöll am Sonntag mit. Es handelt sich um einen Mann und eine Frau, die bereits seit mehreren Jahren in Heidelberg leben. Beide seien wohlauf, sie seien ambulant versorgt worden und hätten leichte Prellungen erlitten.

Zu Fuß geflüchtet

Der 35-Jährige flüchtete nach der Amokfahrt zu Fuß mit einem Messer, bis Polizisten ihn niederstreckten. Der Verdächtige ist nach Polizeiangaben Student und lebt in Heidelberg. Er sei zuvor nicht polizeibekannt gewesen. Ob der Mann die Absicht hatte, auf der Flucht mit dem Messer mehr Menschen zu verletzen, war einem Polizeisprecher zufolge nicht bekannt. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es nicht.

Nach den Schüssen auf den 35-Jährigen wird auch gegen den Polizeischützen ermittelt. Solche Überprüfungen finden nach einem Schusswaffengebrauch durch die Polizei grundsätzlich statt, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Polizei prüft auch, ob sie gegen beleidigende und anstößige Beiträge vorgehen kann, die nach der Todesfahrt auf Twitter verbreitet wurden.