Dürre im Osten Afrikas wird zur Katastrophe

Welt / 13.03.2017 • 22:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eine Viehhirtin nahe Bendar Beyla in Somalia. Die anhaltende Dürre bedroht ihre Existenzgrundlage.  Foto: AP
Eine Viehhirtin nahe Bendar Beyla in Somalia. Die anhaltende Dürre bedroht ihre Existenzgrundlage.  Foto: AP

UNO spricht von größter Krise seit 1945. Lebensgrundlage der Menschen bedroht.

Bandar Beyla. „Ich bin verloren“, flüstert der 30-jährige Viehhirte Ahmed Haji beim Anblick seiner völlig dehydrierten Tiere. „Sie sterben jetzt eines nach dem anderen“, sagt er, während er sein Gesicht mit einer Hand vor der Sonne schützt. Seine Ziegen stehen neben ihm, trinken Wasser aus einem Plastikbottich und zupfen trockene Halme von Pflanzen. „Ich glaube nicht einmal, dass diese Verbliebenen die nächsten beiden Monate überstehen.“

Somalia hat die herrschende Dürre zur nationalen Katastrophe erklärt. Ausbleibender Regen hat zu großen Ernteausfällen geführt. Die Vereinten Nationen sprechen von der größten humanitären Krise seit der Gründung der UN nach dem Zweiten Weltkrieg.

Schätzungsweise sechs Millionen Menschen benötigen in dem Land am Horn von Afrika dringend Hilfe, damit sie nicht verhungern – das ist knapp die Hälfte der gesamten Einwohnerzahl Somalias. Wie viele Menschen und Tiere der Dürre bisher zum Opfer gefallen sind, lässt sich nicht sagen.

Tiere sind ein zentraler und immens wichtiger Bestandteil des Lebens von vielen Somaliern. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist nach UN-Angaben an der Viehzucht beteiligt. Die Dürre bedroht ihre Hauptnahrungsquelle – und damit ihr Überleben. Da viele Wasserquellen versiegt sind, mussten etliche Hirten lange Wanderungen in abgelegene Gebiete riskieren. Der Wasserpreis ist in die Höhe geschossen. Selbst der für Mitte April erwartete Regen könnte Probleme bereiten: Ein heftiger Niederschlag könnte weitere geschwächte Tiere töten, so die Befürchtung unter Hirten.

Wie dramatisch die Lage in manchen Ländern der Welt ist, haben die Vereinten Nationen vor wenigen Tagen mit einem Hilferuf zum Ausdruck bringen wollen: Sie baten um vier Milliarden Dollar (3,75 Milliarden Euro), mit denen Menschen unter anderem in Somalia geholfen werden soll, die unter Konflikten und Hunger leiden.