El Niño sorgt in Peru für enorme Zerstörung

Welt / 19.03.2017 • 22:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vielerorts wurden Straßen zu reißenden Flüssen. Diese Frau versuchte in Huachipa eine Straße zu überqueren. Foto: Reuters
Vielerorts wurden Straßen zu reißenden Flüssen. Diese Frau versuchte in Huachipa eine Straße zu überqueren. Foto: Reuters

Mindestens 72 Tote durch Überschwemmungen und Erdrutsche.

Lima. Bei schweren Überschwemmungen sind in Peru mindestens 72 Menschen getötet worden. Als ein Grund gilt das Klimaphänomen El Niño. „Das Land erlebt einen seiner schwersten Momente in den vergangenen Jahren, die betroffene Bevölkerung ist weit größer als bei früheren Katastrophen“, sagte Kabinettschef Fernando Zavala in Lima. Flüsse wurden zu reißenden Strömen, die Ortschaften verschwinden ließen und Autos mit sich rissen. Rund 572.000 Menschen sind betroffen und mussten zum Teil in Sicherheit gebracht werden. Das Zentrum der drittgrößten Stadt Trujilio wurde überspült. Auch in der Hauptstadt Lima traten mehrere Flüsse über die Ufer, es kam zu dramatischen Szenen, in vielen Städten gilt der Notstand. Über 70.000 Menschen verloren bereits ihr Hab und Gut. „Es gibt Orte mit noch stärkeren Regenfällen, als wir sie während des Phänomens El Niño 1982 und 1998 erlebt haben“, sagte Zavala. Wissenschaftler sprechen vom Phänomen eines „Küsten-Niño“: Die Meerestemperatur ist bis zu fünf Grad höher als üblich um die Zeit, das führt zu Wetterextremen. Allerdings ist das Phänomen bisher auf den Pazifik vor Peru begrenzt, könnte aber Vorbote sein für ein neues starkes „El Niño“-Phänomen.

In Peru lassen heftige Regenfälle in den Anden und an der Küste die Flüsse zu Strömen werden, die sich den Weg zum Ozean suchen. Durch das starke Gefälle zwischen Anden und Küste kommt es auch zu zahlreichen Erdrutschen. Vor allem Orte in Hanglagen wurden zu Katastrophenregionen. Im Ort Chosica, 40 Kilometer östlich von Lima, wurden teilweise ganze Häuser von den Fluten mitgerissen.

Rund 630 Kilometer von Lima entfernt starben durch einen Erdrutsch in dem nördlichem Bezirk Otuzca sieben Menschen. Die Opfer waren in Fahrzeugen, die auf einer Landstraße auf die Räumung von Geröll warteten. Die Regierung von Präsident Pedro Pablo Kuczynski stellte für den Wiederaufbau bisher rund 710 Millionen Euro zur Verfügung.